Containerpflanzen

Einführung

In deutschen Baumschulen werden Containerpflanzen seit nunmehr 50 Jahren herangezogen – mit weiterhin kontinuierlich steigender Tendenz. Ihr Anteil erreicht in einigen Produktgruppen weit über 50 % der gesamten Gehölzproduktion der Baumschulwirtschaft in Deutschland. Die Zahl der jährlich herangezogenen Gehölze im Container bzw. in Töpfen hat die Marke von insgesamt 50 Millionen bereits weit überschritten.
Containerpflanzen finden wie Gehölze aus bodengebundener Produktion Verwendung in allen Bereichen des Garten- und Landschaftsbaues, bei der Grab- und Friedhofsbepflanzung und besonders beim privaten Hobbygärtner.
So bieten GartenBaumschulen und Gartenfachmärkte ganzjährig das volle Gehölz- und Staudensortiment an, die Produktions- und Handelsbaumschulen sind darauf eingerichtet.
Containerpflanzen können zu jeder Jahreszeit verschickt und gepflanzt werden. Die Vorratshaltung beim Handel ist unproblematisch, ebenso die Lagerung auf der Baustelle, sofern die Container feucht gehalten werden.
Nach dem Verpflanzen gibt es keine Wachstumsstockungen, wenn das Gehölz vor der Pflanzung durchdringend gewässert und der Wurzelballen nach Entfernen des Containers kräftig aufgerauht wird.

 

Gütebestimmungen

Auch für Containerpflanzen gelten sinngemäß die FLL*-Gütebestimmungen für Baumschulpflanzen (neueste Fassung). Alle Gehölze, die in den Handel gebracht werden, müssen diesen Gütebestimmungen entsprechen. So müssen auch Containergehölze je Sortierungseinheit mit einem dauerhaften Etikett mit den allgemein gültigen Abkürzungen versehen sein.
Aus der Beschriftung müssen zweifelsfrei hervorgehen:


    •    Gattung, Art- und Sortenname
    •     Containergrößen in Liter
    •    Sortierung, zum Beispiel Größe, Stärke bei Kern- und Steinobst zusätzlich Einzeletikettierung mit Angaben zu
    •     Alter
    •    Unterlage, ggf. Stammbildner
    •    Virusstatus.


Für den Absatz an den Einzelhandel wird für alle Containerpflanzen Einzelauszeichnung mit Bildetiketten empfohlen. Der Behälterinhalt muss der Pflanzengröße entsprechen und gut durchwurzelt sein. Er beträgt bei Containerpflanzen (C) mindestens 2 Liter, kleinere Behälter werden als Töpfe (P) bezeichnet.


* Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V., Bonn

 

Qualitätsmerkmale

Gesundes Wachstum durch gute Ausgangsware beim Topfen in Verbindung mit hochwertigen Kultursubstraten, fachgerechter Pflege und kontrollierter, auf den Bedarf abgestimmter Nährstoff- und Wasserversorgung.

Typische Garnierung der Gattungen, Arten und Sorten durch ausreichend weite Abstände auf den Stellflächen. Guter Wurzelballen mit sich neubildenden Wurzeln. Regelmäßiges Umtopfen in der Baumschule garantiert eine gute Wurzelentwicklung.

Richtige Containergröße, der Pflanze angemessen. Größere Container mit mehr Substratvolumen bieten mehr Sicherheit im Zwischenlager, sowohl im Facheinzelhandel als auch auf der Baustelle, sowie nach dem Auspflanzen, besonders bei ungünstigen Standortverhältnissen.

 

Containergrößen

Mindestgrößen für die einzelnen Gattungen, Arten und Sorten sind im Baumschulkatalogstamm (BKS) festgelegt und, soweit erforderlich, bei den folgenden Qualitätsbeispielen genannt. Die Größe des Containers hängt auch vom Absatzweg und vom Verwendungszweck ab.
Da Pflanzenqualität und Containergröße (Volumen) in engem Zusammenhang stehen, ist zur Beurteilung in Katalogen, im Schriftwechsel und bei der Etikettierung die zusätzliche Angabe der Behältergröße in Liter unerlässlich. Gehölze in Behältern, deren Inhalt kleiner als vorgeschrieben ist, dürfen nicht als Containerpflanzen gehandelt werden.
Die Übersicht zeigt die in Baumschulen gängigen Containergrößen (P = Topf, C = Container). Zwischengrößen sind durchaus möglich und in Gebrauch. Solitärs werden in Containern ab 20 Liter kultiviert, bei Schlingpflanzensolitärs sind es 7,5 Liter und bei Solitärhochstämmen 90 bis 285 Liter.

 

Die in Baumschulen verwendeten Töpfe und Container bestehen überwiegend aus wiederaufbereiteten Kunststoffen, die nach Gebrauch recycelt oder thermisch verwertet werden. Verrottungsfähige organische Materialien werden sich erst dann durchsetzen, wenn vorhandene Magazine und Topfmaschinen problemlos eingesetzt werden können.

 

Qualitätsbeispiele

Die Reihenfolge der Produktgruppen entspricht den FLL-Gütebestimmungen, ebenso die in Klammern angegebenen Kennziffern. Die abgebildeten Qualitäten sind Beispiele. Selbstverständlich sind auch andere Größen bei Pflanzen und Containern üblich und qualitativ in Ordnung, soweit sie den FLL-Gütebestimmungen für Baumschulpflanzen entsprechen. Behältergrößen sind deutlich zu kennzeichnen, da sie ein wesentlicher Bestandteil der Pflanzenqualität sind.

Die Sortierung der Sträucher im Container erfolgt gemäß den Gütebestimmungen nach Höhe ohne Angabe der Triebzahl. Vorgeschrieben sind mindestens drei Triebe, von einigen Ausnahmen abgesehen, die zweitriebig sein müssen. Zu beachten ist hier die vorgeschriebene Mindestcontainergröße von 3 Litern (C 3) ab 60 cm Gesamthöhe.

Zu beachten ist hier die vorgeschriebene Mindestcontainergröße von 3 Litern (C 3) ab 40 cm Gesamthöhe.

Zu beachten ist hier die vorgeschriebene Mindestcontainergröße von 3 Litern (C 3) ab 40 cm Gesamthöhe.

Solitärsträucher müssen als verpflanzte Sträucher getopft und in extra weitem Stand kultiviert werden.

Stämme von Sträuchern mit mehrjähriger Krone werden nach Stammhöhe sortiert.

Zu beachten ist hier die vorgeschriebene Mindestcontainergröße von 5 Litern (C 5).

Anzuchten überwiegend in C 50/C 65.

Solitärs von Schling- und Kletterpflanzen werden in Containern ab C 7,5 kultiviert.

Der Mindestbehälterinhalt muss bei Beetrosen und Teehybriden 3 Liter, bei Strauch- und Kletterrosen 7,5 Liter, bei Stammrosen mit 40 und 60 cm Stammhöhe 5 Liter, mit 90 und 140 cm Stammhöhe 7,5 Liter betragen.

Der Behälterinhalt muss bei einjährigen Veredelungen mindestens 5 Liter, bei mehrjährigen Veredelungen mindestens 10 Liter betragen oder dem Habitus der Pflanze entsprechen, bei Halbstämmen mindestens 10 Liter.

Der Behälterinhalt soll bei Johannis- und Stachelbeersträuchern und -stämmen mindestens 3 Liter betragen.

Verpackung auf CC-Karren

CC-Rollcontainer, auch Dänenkarren genannt, haben sich bei der Vermarktung von Containerpflanzen als Mehrweg-Transportverpackungssystem bewährt, besonders im Handel mit Gartencentern, Gartenfachmärkten und Handelsketten. Vorteile: schonender Pflanzentransport ohne Umladen, keine zusätzlichen Verpackungsmittel, problemlose Vorratshaltung und Präsentation beim Einzelhandel.
CC-Karren eignen sich für Töpfe und Container bis 5 Liter. Auf einen Zwischenboden passen:
    •    40 Töpfe P1 oder
    •    30 Container C 2 oder
    •    21 Container C 3 oder
    •    17 Container C 5.

 

Geschnittene Formpflanzen von Buxus sempervirens arborescens als Kugel C 15, 30–40 cm, vorn in Terracotta-Containern aus Kunststoff.

Hippophae rhamnoides, C 3 60–100 cm

Weigela florida ’Nana Variegata’, C 3 40–60 cm

Weigela ’Bristol Ruby’, C 3 60–100 cm

Forsythia ’Week End’, C 3 40–60 cm

Deutzia rosea, C 3 40–60 cm

Cornus kousa chinensis, C 3 40–60 cm

Corylus avellana ’Contorta’, C 3 40–60 cm

Ligustrum ovalifolium ’Aureum’, C 3 40–60 cm

Hibiscus ’Maike’, C 3 40–60 cm

Prunus cerasifera ’Nigra’, C 5 100–150 cm

Cornus alba ’Elegantissima’, C 5 60–100 cm

Amelanchier lamarkii, Sol., C 20 5–7 GSt., 125–150 cm

Weigela ’Bristol Ruby’, Sol., C 20 100–125 cm

Acer palmatum ’Atropurpureum’ (Dekotopf-Terracottanachbildung), Sol., C 20 100–125 cm

Salix integra ’Hakuro Nishiki’, C 7,5 Sth. 80 cm

Salix caprea ’Pendula’, C 7,5 Sth. 100 cm

Carpinus betulus, C 5 100–125 cm

Acer campestre, C 5 100–125 cm

Carpinus betulus, C 5 100–125 cm

Carpinus betulus, C 7,5 125–150 cm

Quercus robur, C 7,5 150–200 cm

Anzuchtquartier mit Catalpa bignonioides ’Nana’, C 50 StU. 14–16 cm

Quercus robur ’Select’, C 65 StU. 16–18 cm

Ginkgo biloba, C 65 StU. 16–18 cm

Aesculus hippocastanum ’Baumannii’, C 65 StU. 16–18 cm

Carpinus betulus, C 50 StU. 14–16 cm

Acer platanoides ’Globosum’, C 50 StU. 14–16 cm

Tilia cordata ’Greenspire’, C 65 StU. 18–20 cm

Ulmus ’Regal’® (RESISTA-Ulme®), C 50 StU. 14–16 cm

Bei Verladung und Transport müssen die Stämme geschützt werden. Auf dem Tieflader Acer platanoides ’Columnare’,
C 50 StU. 14–16 cm.

Clematis-Hybride, P 1 60–100 cm

Clematis montana rubens, P 1,5 2 Tr., 60–100 cm

Clematis-Hybriden mit 3 Stäben im P1,3, zurückgeschnitten zum problemlosen Transport auf CC-Karren.

Hydrangea petiolaris, C 3 40–60 cm

Aristolochia macrophylla, C 3 ab 2 Tr., 60–100 cm

Wisteria sinensis, C 3 ab 2 Tr., 60–100 cm

Strauchrose im C 7,5

Beetrose im Rosentopf C 5

Stammrosen, Stamm 90 cm, im C 7,5

Bodendeckerrosen im Biotopf P1

Bodendeckerrosen im Rosentopf P1

Beetrosen im C 2

Pyracantha ’Soleil d’Or’, C 2 40–60 cm

Hedera helix ’Arborescens’, C 3 40–60 cm

Mahonia media ’White Sun’, C 3 30–40 cm

Leucothoe ’Scarletta’, C 3 30–40 cm

Viburnum rhytidophyllum, C3 40–60 cm

Berberis frikartii ’Verrucandi’, C3 30–40 cm

Buxus sempervirens arborescens Kugeln, von rechts: C 2 20–25 cm C 7,5 25–30 cm C10 30–35 cm C15 35–40 cm

Yakushimanum-Hybriden in Sorten im C 5

Großblumige Hybride, C 3 25–30 cm

Großblumige Hybride, C 5 30–40 cm

Yakushimanum-Hybride, C 5 25–30 cm

Japanische Azalee, C 3 25–30 cm

Sommergrüne Azalee, C 5 30–40 cm

Juniperus squamata ’Blue Star’, C 2 20–25 cm

Juniperus media ’Old Gold’, C 3 25–30 cm

Juniperus chinensis ’Stricta’, C 3 30–40 cm

Chamaecyparis lawsoniana ’Columnaris’, C 3 40–60 cm

Thuja occidentalis ’Smaragd’, C 3 40–60 cm

Thuja occidentalis ’Columna’, C 3 40–60 cm

Nadelgehölze für den Balkonkasten im P1/P1,3 ohne Maßangabe von links: Picea glauca ’Conica’ Juniperus media ’Old Gold’ Juniperus media ’Blue Star’ Pinus mugo mughus

Anzuchten von Nadelgehölzen in Containern

Pinus mugo mughus, links: C 3 20–25 cm rechts: C 7,5 40–50 cm

Pinus mugo mughus, links: C 3 20–25 cm rechts: C 7,5 40–50 cm

Pinus sylvestris ’Glauca’, C15 80–100 cm

Bessere Nadelgehölze werden auch als Stämmchen herangezogen.

Abies koreana, C 20 80–100 cm

Thuja occidentalis ’Smaragd’, Sol., C 20 150–175 cm

Taxus baccata, Sol., C 50 80–100 cm, br. 100–125 cm

Cotoneaster horizontalis, links: P 1 15–20 cm, rechts: C 2 20–30 cm

Calluna vulgaris Sorten, links: P 1 15–20 cm, rechts: C 2 20–30 cm

Lavandula ang. ’Hidcote’, links: P 1 15–20 cm, rechts: C 2 20–30 cm

Apfel, 2j. Busch, C 10

Birne, 2j. Busch, C 10

Birne, doppelte U-Form, C 15

Bei Kern- und Steinobst ist Einzeletikettierung – z. B. mit dem Marken- etikett – vorgeschrieben.

Stachelbeere, v.Str., C 3

Johannisbeere, v.Str., C 3

Brombeere, C 2

Sta., C 3 Sth. 80–90 cm

Die CC-Karre ist zur Maßeinheit im Containerpflanzenhandel geworden.

Problemlose Verladung mit dem Gabelstapler.

Dipl.-Ing. Eberhard Beitz
Besenheide
1
25336 Elmshorn,

in Zusammenarbeit mit dem BdB-Fachausschuss „Containerpflanzen“.