Liebe Leserinnen und Leser,
endlich Sommerpause!
Eine turbulente Frühjahrssaison ist zu Ende. Der Gehölzmarkt für den Garten- und Landschaftsbau sowie den Kommunalen Bereich ist nach wie vor von Verknappung geprägt. Im Endverbraucher-Segment hingegen war eine gewisse Kaufzurückhaltung zu spüren. Es liegt wohl auch daran, dass die Menschen nach zwei Jahren Pandemie wieder verreisen können und daher der Garten nicht mehr die einzige Freizeitbeschäftigung darstellt. Aber es spielen auch die unsicheren Aussichten, Stichwort Ukraine-Krieg und Inflation, eine gewisse Rolle.
Diese Entwicklungen sind durchaus mit Sorge zu betrachten.Entsprechend waren die Zukunftsaussichten unter anderem Gegenstand der verschiedenen Tagungen im Berufsstand. Die BdB-Sommertagung in Erfurt hat durch Herrn Professor Hans-Werner Sinn die aktuelle Lage des Wirtschaftsstandorts Deutschland angesichts von Geldentwertung und dem Krieg im Osten beleuchten lassen. Der Vortrag von Professor Sinn war hochinteressant und äußerst lehrreich und beeindruckte alle Zuhörenden.
Auf der Tagung des europäischen Baumschulverbandes in den Niederlanden spielten die dortigen Proteste der Landwirte eine große Rolle. Deutschland- und europaweit sind die Auswirkungen externer politischer Entscheidungen auf den Baumschulsektor spürbar. Dies betrifft sowohl die Klima- als auch die Außenpolitik.
Die fachpolitischen Themen beider Tagungen rankten sich nicht zuletzt um die Zukunft des Pflanzenschutzes, die Torfverwendung, die Weiterentwicklung des Pflanzenpasses sowie den Fachkräftemangel, der in ganz Europa spürbar ist.
Gerade in diesen Zeiten ist es wichtig, dass sich der Berufsstand hörbar gegenüber Politik und Öffentlichkeit äußert, um seine Themen fest auf der politischen und öffentlichen Agenda zu verankern. Da ist es gut, dass international und national ENA und BdB als wertvolle politische Gesprächspartner anerkannt sind. Die weitere Intensivierung der politischen Kontakte wird in den nächsten Monaten eine besonders wichtige Rolle spielen. Die Ereignisse, die möglicherweise im Herbst vor der Tür stehen, machen dies dringend notwendig.
Trotz allem und gerade deswegen wünsche ich Ihnen einige Tage der sommerlichen Erholung, um Kraft zu tanken für die zweite Jahreshälfte.
Es grüßt aus Berlin
Ihr
Helmut Selders