Liebe Leserinnen und Leser,

kann in diesen Tagen ein aktueller Beitrag ohne einen Bezug zum Ukrainekrieg auskommen? Die Antwort ist nein. Um es auch an dieser Stelle klar zu sagen: der BdB verurteilt den Angriff auf die Ukraine aufs Schärfste. Das Leid der Menschen in den umkämpften Gebieten schmerzt uns sehr. In vielen Baumschulen, in denen ukrainische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt sind, spürt man die Angst, die Sorge und die Verzweiflung hautnah. Und viele Betriebe helfen aktiv.

Das Bild der Baumschulwirtschaft in Zusammenhang mit dem Krieg wäre jedoch unvollständig, würde man nicht auch die ökonomischen Verflechtungen mit der Ukraine, mit Weißrussland und mit Russland erwähnen. Diese Märkte im Osten sind traditionell ein wichtiger Absatzmarkt für die deutschen Baumschulen. Dabei handelt es sich nicht nur um große Bäume, sondern auch um vielfältige Pflanzen für dortige Gartencenter oder auch Jungpflanzen zur weiteren Kultivierung. Durch den russischen Angriff sind diese Geschäftsbeziehungen aus den bekannten Gründen erheblich gestört oder zum Erliegen gekommen.

Wie alle anderen Bereiche der Wirtschaft sind auch unsere Betriebe mit erheblichen Kostensteigerungen durch die Warenverknappung bzw. Verteuerung von Energie und Kraftstoffen betroffen.

Nun ist die Nachfrage nach Gehölzen in Deutschland und im vom Krieg nicht betroffenen europäischen Ausland hoch und so werden die Warenströme, soweit es sich nicht um Produkte handelt, die speziell auf den osteuropäischen Geschmack ausgerichtet sind, anderweitig einen Verwendungsstandort finden. Nichtsdestotrotz erschwert diese Entwicklung das Business unserer Betriebe. Insbesondere die Kostensteigerungen, die sich überall in der Wirtschaft abzeichnen, werden auch in den Gehölzsortimenten ihren preislichen Niederschlag finden.

Es grüßt aus Berlin

Ihr Helmut Selders