Liebe Leserinnen und Leser,

seit Wochen gibt es nur noch ein Thema: Corona. Das normale öffentliche Leben ist zum Erliegen gekommen – Isolation und Separierung sind die „Zauberworte“. Die wirtschaftlichen Schäden der Corona-Maßnahmen werden erst in den nächsten Wochen und Monaten zu besichtigen sein.

Als ein wichtiger psychologischer Anker der letzten Wochen hat sich für viele Menschen der eigene Garten oder die nahe gelegene Parkanlage erwiesen. Das hat sich einerseits in unseren Endverkaufsbetrieben widergespiegelt. Die Menschen haben ihr grünes Wohnzimmer, wo immer möglich, ausgebaut – mit Insektennährgehölzen, mit Blühsträuchern, vor allem aber mit Obstgehölzen aller Art.

Andererseits ist die überragende Bedeutung der öffentlichen Grünanlagen deutlich geworden. Die Menschen brauchten in ihren öden Tagen der Isolation Möglichkeiten, sich zu zerstreuen, neue Kraft zu tanken und Inspirationen zu holen. Wo sonst, außer in den Parks war das möglich? Wohl den Gemeinden, die in den letzten Jahren in ihre Grünflächen investiert haben, die die Wichtigkeit dieses Teils der öffentlichen Infrastruktur erkannt und die ausreichendes und vor allem qualitativ hochwertiges Grün geschaffen und erhalten haben. Denn genau die Teilhabe an diesen öffentlichen Räumen diente und dient in den Tagen der Corona-Maßnahmen der seelischen Erbauung der Bürger – um nicht zu sagen der Gesundheit der Menschen.

Diese Erfahrung ruft geradezu danach, die grüne Stadtentwicklung – ob in kleinen oder großen Gemeinden – zu forcieren und das gestaltete Grün zu fördern und massiv auszubauen.

Man kann der Einsicht vieler Politiker Dank dafür zollen, dass sie unsere Betriebe und ihre Produkte als systemrelevant einstufen und der Bevölkerung auch während der Hochzeit der Krise – im Wesentlichen von zwei Bundesländern abgesehen, die aber immerhin einen Lieferservice ermöglicht haben – den Zugang zu den Endverkaufsbaumschulen gewährt haben.

Ohne dem BdB zu sehr auf die Schulter zu klopfen, dürfen wir aber doch für uns in Anspruch nehmen, dass die politische Arbeit der letzten Jahre und die vielfältige Ansprache der Volksvertreter und der Regierung (ob in Berlin, den Landeshauptstädten oder bei den Politikerpraktika in den Baumschulen) vor diesem Hintergrund Früchte getragen hat.

Im Augenblick sieht es so aus, dass dadurch auch wirtschaftlich die Branche mit einem blauen Auge davonkommt. Je nach dem wird sogar eine Sonderkonjunktur im Privatsektor möglich sein, wenn Reisen weiter verboten oder zumindest unrealistisch bleiben und sich die Menschen dadurch auf ihr direktes Wohnumfeld konzentrieren.

Der Bausektor läuft konjunkturell immer hinterher. Was hier mittelfristig passiert, steht in den Sternen. Wollen wir hoffen, dass der große Crash an dieser Stelle ausbleibt.

Es grüßt aus Berlin

Ihr Markus Guhl