Schlaglicht

BdB-Hauptgeschäftsführer Markus Guhl
(Foto: Christian Malsch für BdB)

Liebe Leserinnen und Leser,

wissen Sie heute schon, was Sie in zehn Jahren machen? Zugegeben; das ist eine Überlegung, die entweder zu Stirnrunzeln führt, oder aber die Fantasie beflügelt.

Die Frage haben sich in abgewandelter Form die Mitarbeiter der BdB-Geschäftsstelle gestellt. Ausgehend von gesellschaftlichen Trends, politischem Handeln, wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und technischen Innovationen wurde im Rahmen eines Workshops ein Szenario für die Baumschulwirtschaft im Jahr 2028 entworfen. Es entstand dabei ein Bild einer leistungsfähigen Branche, die sich in einem Lifestyle geprägtem gesellschaftlichem Umfeld, das sich der Nachhaltigkeit verpflichtet fühlt, mit ihren Produkten als Umweltwirtschaft positioniert. Dabei adaptiert sie auch die politischen Rahmenbedingungen der nächsten Jahre, die geprägt sind durch eine zurückhaltende Pflanzenschutzstrategie, phytosanitäre oder tarifäre Handelshemmnisse im Export und umweltorientierte Qualitätsstandards. Gleichzeitig gilt die Branche im Jahr 2028 als lösungsorientiert im Hinblick auf die grüne Infrastruktur im Klimawandel.

Dieses Szenario, das während der kommenden Präsidiumssitzung im April eindringlich diskutiert werden wird, ist bewusst darauf angelegt, einmal mehr über den tagesgeschäftlichen Tellerrand hinauszuschauen, um den BdB auch künftig als die Interessenvertretung der Baumschulwirtschaft weiterzuentwickeln.

Solche innerverbandlichen Debatten, die der BdB immer wieder führt, sind dabei keine reine Spiegelfechterei. Unsere intensive Diskussion zum Thema „Online-Handel“, die wir in den vergangenen Monaten geführt haben, wird schon bald von der Realität bestätigt werden, wenn ein großer Onlineanbieter im Verlauf der nächsten Monate das Gartensegment in seinen Handel in Eigenregie integrieren wird. Wir sehen dadurch, dass die Zukunft, in der wir in zehn Jahren leben werden, schon heute begonnen hat.

Es grüßt aus Berlin

Ihr

Markus Guhl

 

Berlin, 22. März 2018