Berlin: Aus Friedhöfen werden Erholungsparks

  • Die Begräbniskultur wandelt sich: Heute werden etwa 73 Prozent aller in Berlin verstorbenen Menschen in Urnengräbern beigesetzt.
23.08.2011
In Berlin werden in den kommenden Jahren 75 Friedhöfe verkleinert und elf für immer geschlossen. Etwa 276 Hektar Friedhofsfläche stehen dann laut Planung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung als Grünfläche, als Friedhofspark und in Einzelfällen auch zur Bebauung zur Verfügung.

Von den 179 landeseigenen und kirchlichen Friedhöfen in der Stadt bleiben langfristig nur noch 93 erhalten, steht im Friedhofsentwicklungsplan des Landes Berlin, der für die kommenden Jahrzehnte als Planungsgrundlage gilt. Denn längst benötigt Berlin nicht mehr so viele Grabflächen wie noch vor einigen Jahrzehnten. Immer mehr Menschen bevorzugen heute eine Urnenbestattung, nur noch etwa 30 Prozent aller Berliner wünschen eine Erdbestattung.

Jüngstes Beispiel für die Umwandlung einer Friedhofsfläche in einen Erholungspark ist ein großes Areal auf dem Friedhof St. Marien und St. Nikolai im dicht besiedelten Wohngebiet in Prenzlauer Berg. Dort haben Bauarbeiter, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner begonnen, ein 6.600 Quadratmeter großes Friedhofsgelände zu einem Park für Anwohner umzugestalten. Bestattet wird dort schon lange niemand mehr. „Leisepark” soll die neue Attraktion des Prenzlauer Bergs heißen, ruhig soll es dort zugehen, um die Atmosphäre eines Friedhofes nicht zu zerstören. Hunde sind verboten, Grillen und Partys auch, und abends wird das Tor verschlossen.

Quelle: Berliner Zeitung am 23.08.2011

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