Tipps vom Profi
Die grünen Profis der Baumschulbranche geben Ihnen Tipps für die richtige Pflege der Gehölze in Ihrem Garten.
Allgemeine Tipps
Pflanzenschutzmittel im Privatgarten
Pflanzenschutzmittel können auch im Privatgarten sinnvolle Helfer sein. Im Haus- und Kleingarten dürfen aber nur bestimmte Pflanzenschutzmittel verwendet werden. Über die Eignung entscheidet das BVL bei der Zulassung der Mittel. Auch wenn diese Mittel einfach in der Handhabung sind, sollten Hobbygärtner sie richtig auswählen, lagern und anwenden. Das BVL hat deshalb einen Flyer mit Tipps für Hobbygärtner erstellt, der im Internet heruntergeladen werden kann. (www.bvl.bund.de/pflanzenschutzmittel_garten).
Keine Gartenabfälle auf Wald- und Grünflächen
Grünschnitt, Gras und Laub, gelten rechtlich als Abfall und dürfen nicht in der freien Natur entsorgt werden. Mit dem unrechtmäßigen Eintrag von organischem Material werden die Ökosysteme durch das zusätzliche Nährstoffangebot empfindlich aus dem Gleichgewicht gebracht.
Bitte entsorgen Sie Ihre Gartenabfälle daher über die öffentlichen Entsorgungsträger oder über Komposthaufen im eigenen Garten.
Äpfel genießen trotz Allergie
Polyphenole machen alte Sorten besser verträglich
Alte Apfelsorten sind für Allergiker besser verträglich als neu gezüchtete Sorten. Das ist vermutlich auf den hohen Gehalt an Polyphenolen zurückzuführen. Polyphenole können offenbar das eigentliche Apfelallergen inaktivieren und dadurch verhindern, dass die Allergie auslösenden Eiweißstoffe vom Körper aufgenommen werden.
Traditionelle Sorten wie Eifeler Rambur, Roter Boskoop, Goldparmäne oder Roter Eiserapfel werden in der Regel besser vertragen als z.B. Neuzüchtungen wie Braeburn, Golden Delicious oder Granny Smith.
Generell kann der Allergengehalt eines Apfels reduziert werden, indem man die Frucht schält, klein schneidet und kurze Zeit an der Luft stehen lässt. Als Kompott, Bratapfel, Saft, Gelee oder im Kuchen sind meist auch die neuen Sorten für Allergiker gut verträglich.
www.aid.de
Ziergehölze mit doppeltem Nutzen
Der Schwarze Holunder
Zart duftende Blüten, Früchte mit einem hohen Vitamin C-Gehalt, ein hoher Zierwert und eine herausragende Nahrungspflanze für Vögel - beim Schwarzen Holunder lediglich von "doppeltem" Nutzen zu sprechen, wäre eine Untertreibung. Sambucus nigra vereint eine Reihe positiver Eigenschaften, die ihn auch im heimischen Garten zu einem sehr reizvollen Gehölz machen.
Der Schwarze Holunder ist in Europa heimisch, wo er meist auf Lichtungen feuchter (Auen-)Wälder wächst. Wer ihn in seinem Garten anpflanzen möchte, bietet ihm daher am besten einen feuchten, lehmigen Boden mit einem hohen Humus- und Kalkgehalt - auch wenn er hinsichtlich des Bodens grundsätzlich eher anspruchslos ist. Am besten gedeiht er an einem sonnigen bis halbschattigen Standort. Dort entfaltet der Schwarze Holunder im Mai und Juni seine weißen, 10-15 cm breiten, flachen Blütendolden, die einen süßlichen Duft verbreiten und nicht nur bei Bienen und anderen Insekten beliebt sind. Aus den Einzelblüten entwickeln sich kleine kugelige Steinfrüchte.
Im August und September reifen diese zu den schwarz-glänzenden und sehr saftreichen Früchten heran, die in schweren Dolden am Strauch hängen. Die Früchte enthalten neben dem Vitamin C viel Kalium. Aber Vorsicht: Das ebenfalls enthaltene Sambunigrin ist für den Menschen leicht giftig. Unreife Früchte, aber auch rohe reife Früchte können empfindliche Verdauungsstörungen verursachen. Erst beim Erhitzen zerfällt das cyanogene Glycosid und verliert seine toxische Wirkung. Die herbsüßen Früchte sollten daher vor dem Verzehr immer erhitzt werden. Dann bieten sie eine hervorragende Grundlage für Marmeladen, Gelees und Säfte.
Die gesunden Inhaltsstoffe machen den Schwarzen Holunder zu einer lebenden Hausapotheke. Bereits unsere Vorfahren wussten seine fiebersenkende, krampflösende und blutreinigende Wirkung zu schätzen. Nachgesagt wurde ihm, dass er auch vor Gefahren jeglicher Art schützen soll, zum Beispiel vor Blitzschlag oder bösen Geistern. Wer auch das ausprobieren möchte, kann das Gehölz im Garten oder Kübel pflanzen. Junge Sträucher wachsen meist gut an, auch außerhalb optimaler Pflanzzeiten im Herbst und Frühjahr. Allerdings ist zu beachten, dass Sambucus nigra schnell wächst und etwa 8-10 Meter hoch werden kann. Das sollte Hobbygärtner jedoch nicht davon abhalten, das "Multitalent" anzupflanzen. In seinem schützenden Dickicht nisten gerne viele Vögel, unter anderem Heckenbraunelle und Nachtigall. Von den Früchten ernähren sich über 60 verschiedene Vogelarten. Wem der Strauch zu ausladend wird, kann ihn problemlos zurückschneiden.
Wer Wert auf Abwechslung legt, kann auch auf Zierformen des Schwarzen Holunders zurückgreifen. Die Sorten "Black Beauty" und "Black Lace" blühen rosa und haben dunkelrotbraun beziehungsweise schwarzrote geschlitzte Blätter. Die Zierformen bilden meist weniger Früchte, sie lassen sich jedoch genauso verarbeiten.
Heike Stommel, www.aid.de
Die Schlehe
Die Schlehe (Prunus spinosa) ist ein äußerst genügsamer heimischer Wildstrauch. Im Frühjahr ziert er mit zahlreichen attraktiven weißen Blüten den Garten, im Herbst locken die blau bereiften bis schwarzen Früchte viele Vögel an. Gartenliebhaber sollten sich von der starken Bedornung nicht abschrecken lassen, denn gerade sie macht die Schlehe zu einem wertvollen Vogelschutzgehölz. Insbesondere Strauchbrütern bietet sie einen idealen Lebensraum - unter anderem dem seltenen Neuntöter, der auf den Dornen seine Beute wie Insekten und sogar Mäuse aufspießt. Von den Früchten ernähren sich rund 20 Vogelarten, zum Beispiel Meisen und Grasmücken.
Die Schlehe - auch Schlehdorn, Hecken- oder Schwarzdorn genannt - gehört innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) zu den Steinobstgewächsen. Der sommergrüne, sparrige Strauch oder mehrstämmige Baum wird etwa ein bis drei Meter hoch und bevorzugt einen sonnigen Standort. Die flach wurzelnde Pflanze gedeiht auf fast allen Böden, ist kalkliebend und verträgt Frost sehr gut. Die Rinde ist sehr dunkel bis schwarz, die Zweige sind rotbraun gefärbt und filzig bis fein behaart.
Die kurzgestielten weißen Blüten mit einem Durchmesser von bis zu 1,5 cm und einem charakteristischen leichten Mandelduft erscheinen im März und April. Im Gegensatz zum Weißdorn treiben sie lange vor dem Laub aus. Da die Innenseite des Blütenbechers reichlich Nektar absondert, ist die Schlehe für zahlreiche Insekten im zeitigen Frühjahr eine wichtige Nahrungsquelle - vor allem für viele Schmetterlinge und Wildbienenarten.
Blüten, junge Blätter und die Früchte werden auch zu medizinischen Zwecken verwendet. Sie wirken adstringierend, harntreibend, mild abführend, entzündungshemmend, wärmend und appetitanregend. Die Früchte enthalten unter anderem Flavonoide, Vitamin C sowie Gerb- und Bitterstoffe. Schlehenfrüchte werden meist im Oktober und November nach dem ersten Frost geerntet, da durch die Frosteinwirkung ein Teil der bitter schmeckenden Gerbstoffe abgebaut wird. Sie lassen sich vielfältig verwenden, zum Beispiel zur Herstellung von Marmeladen, Fruchtsäften, Fruchtweinen sowie als Zusatz zu Likör und anderen Spirituosen.
Übrigens: Nicht geerntete Früchte verbleiben den Winter über am Strauch und dienen vielen Säugetieren und zahlreichen Vogelarten als wichtige Nahrungsquelle.