Arbeitsbereich Wirtschaftspolitik

Wirtschaftspolitik und Steuern
Der Ausschuss Wirtschaftspolitik und Steuern unter Leitung von Friedrich Waller verabschiedete für die weitere Beratung im Präsidium die Wahlkampfforderungen des BdB anlässlich der diesjährigen Bundestagswahl. Unter anderem geht es um die Schaffung eines Entschädigungsfonds für die Baumschulen sowie die steuerfreie Risikorücklage, um den Betrieben mehr Investitionsmöglichkeiten zu bieten.

Ein besonderer Schwerpunkt der Sitzung waren neue steuerrechtliche Regelungen, die im Jahr 2017 greifen. Sebastian Nehls vom Landwirtschaftlichen Buchführungsverband in Kiel berichtete von der dreijährigen Gewinnglättung, die künftig für alle landwirtschaftlichen Betriebe steuerlich möglich sei. Ohne Antragsstellung werde die Finanzverwaltung für sämtliche landwirtschaftliche Betriebe, auch für jene der Baumschulwirtschaft, eine solche Tarifglättung automatisch vornehmen. Bisher seien die Folgen dieser Glättung noch nicht voll umfänglich absehbar. Allerdings sei wohl in vielen Fällen mit einer erklecklichen Steuererstattung zu rechnen.

Weiterhin berichtete Nehls über die neuen steuerlichen Rahmenbedingungen bei Registrierkassen. Mehr noch als in der Vergangenheit, werde der Fiskus auf die ordnungsgemäße Betätigung der Ladenkassen achten. Dies gelinge in neuen Kassensystemen mit Hilfe eines Chips, dem sogenannten Fiskalspeicher. Die weiterhin einsetzbare offene Ladenkasse müsse buchhalterisch künftig noch sorgfältiger geführt werden als bisher.

Neben dem Bericht über die politische Aktivität des BdB durch Hauptgeschäftsführer Markus Guhl, informierte der Geschäftsführer der württembergischen Baumschulen, Martin Herrmann, über die weiteren Entwicklungen beim Mindestlohn.

(gu)

Anerkennungsbestimmungen
Das BdB-Fachgremium Anerkennungsbestimmungen diskutierte unter Leitung von Heinrich Gerstenkorn intensiv über die Zukunft der Zertifizierten Markenbaumschule. Nach aktuellem Stand haben sich seit Ende 2014 acht Betriebe zertifizieren lassen. Kontrovers diskutiert wurde die Präsenz der Wort- und Bildmarke auf der Internetseite des Verbandes. Hierzu wird das Gremium aktiv bleiben und zukünftig weiter beraten.

Auch stand eine Bewertung der Basiszertifizierung nach G.A.P.-Standards auf dem Programm. So wurde u. a. von Baumschulberaterseite attestiert, dass entsprechende Zertifikate zunehmend auch von Abnehmerseite abgefragt werden. Eine schwache Zunahme von zertifizierten Betrieben konnte in verschiedenen Landesverbänden verzeichnet werden.

(te)

Ausbildung
Arnd Schurig leitete seit vielen Jahren die Geschicke des BdB-Fachgremiums Ausbildung. In diesem Jahr gab Schurig den Posten des Vorsitzenden auf, um Platz für einen neuen Kandidaten zu machen. Alke Arntjen vom Landesverband Weser-Ems, sowie Reinhard Bertels, Westfalen-Lippe, haben sich der Aufgabe angenommen.

Im Zuge der Sitzung konnten sich die Teilnehmer des Gremiums einen Überblick über ein von den Deutschen Junggärtnern entwickeltes Konzept zur Bildung eines „Fachbeirates Baumschule“ verschaffen. Florian Kaiser, Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft deutscher Junggärtner e.V., reiste eigens nach Goslar, um das interessante Thema vorzustellen. So soll durch die Schaffung eines Fachbeirates jungen Gärtnern die Möglichkeit eines deutschlandweiten Meinungsaustausches geboten werden. Darüber hinaus, könnten durch die Bildung eines Fachbeirates weiterführende Veranstaltungen wie Fortbildungen oder Studienreisen organisiert werden. Letztlich wird auf dem Weg der direkten Ansprache von jungen Gärtnerinnen und Gärtnern das Ziel der langfristigen Bindung an die Branche verfolgt.

(te)

Jan-Hinrich Heydorn führte durch die Sitzung
Ein Blick in die Runde. (Fotos: BdB)

EDV und Kommunikationstechnik
Knapp 40 Teilnehmer konnte Jan-Hinrich Heydorn, seit einem halben Jahr Vorsitzender des Ausschusses, begrüßen. E-Mail-Archivierung, BdB-Pflanzenmarkt, BKS-Reform, Augmented Reality und der Relaunch des BdB-Internetauftrittes waren Themen, die zu beraten waren.

Eindrucksvoll wurden die Teilnehmer über die Pflicht informiert, seit dem 1. Januar 2017 alle E-Mails nach steuerrechtlichen Grundsätzen archivieren zu müssen. Den BdB-Mitgliedsbetrieben wird empfohlen, dies mit dem betreuenden Softwarehaus zu beraten und auf eine GDPdU-konforme E-Mail-Archivierung zu bestehen.

Der BdB-Pflanzenmarkt ist technisch völlig veraltet. Der Ausschuss hat im Sommer ein kontrolliertes Einstellen des BdB-Pflanzenmarktes empfohlen. Aus den Reihen der Mitgliedschaft wurde dies im Sommer sehr kontrovers betrachtet. Die Mitglieder sollen nun nach Ihren Wünschen zu einem möglichen künftigen BdB-Pflanzenmarkt befragt werden. Es wurde empfohlen, auf ein bereits bestehendes System aufzusetzen.

Niels Sommer von der BSG berichtet über den aktuellen Sachstand zur BKS-Reform. Der BKS ist technisch auf einem veralteten 20jährigen Stand. Erste Ideen einer neuen Datenstruktur wurden vorgestellt. Diese Datenstruktur soll in den kommenden Wochen umgesetzt und den Softwarehäusern der Baumschulbranche bekannt gegeben werden. Mitte 2017 sollen erste Testbetriebe mit dieser Struktur arbeiten. Mitte 2018 sollten dann alle BKS- und SKS-Nutzer mit der neuen BKS-Struktur arbeiten können.

Susanne Raabe stellte das Projekt mobiPlant vor, das auf Grundlage der Augmented Reality als mobile Planungs- und Beratungshilfe dienen soll und eine visuelle Pflanzplanung vor Ort ermöglicht.

(so)