Christoph Dirksen (Mitte) ist neuer Ausschussvorsitzender Laubgehölze. (Foto: Christian Malsch für den BdB)
Holger Clausen wurde zum Vorsitzenden des Fachausschusses Rosen gewählt. (Foto: Christian Malsch für den BdB)
John-Hermann Cordes (li.) wurde zum Vorsitzenden des Fachausschusses Obstgehölze wiedergewählt. Hier im Gespräch mit Niels Sommer. (Foto: Christian Malsch für den BdB)
Dr. Erik Schulte stellte dem BdB-Fachausschuss „Obstgehölze“ den aktuellen Stand der Erstellung der Gesamtliste Obst vor. (Foto: BdB)
Ausschuss "Produktion und Umwelt": Im Marmorsaal war kein Stuhl mehr frei. (Foto: BdB)
Ein Blick in die Runde des Ausschusses „Produktion und Umwelt“. (Foto: BdB)
Intensive Gespräche zur ZgG zwischen den Teilnehmern. (Foto: BdB)
Das Logo der ZgG.

Arbeitsbereich Produktion

Laubgehölze

Traditionell ist der Laubgehölzausschuss ein zentrales Fachgremium des BdB. Im Mittelpunkt der diesjährigen Beratungen standen zwei wichtige Themen: Das Problem der Übererdung von Gehölzen am Endstandort und die Reform der FLL-Gütebestimmungen.

In einem Vortrag von Dr. Susanne Böll, Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Veitshöchheim, thematisierte sie die immer wieder vorkommende Übererdung von Gehölzen am Endstandort und die daraus resultierenden negativen Folgen für die Bäume. Teilweise wurde bei Prüfungen eine zu tiefe Pflanzung von bis zu 40 cm festgestellt. Solche Bäume würden regelmäßig absterben.

Im Gegensatz dazu wurde von den Teilnehmern der Sitzung des Laubgehölzausschusses die Anwallung unterschieden. Hier dürfe es nicht zu Verwechslungen mit der Übererdung kommen, wenn im Rahmen der Produktion eine solche Anwallung vorgenommen werde.

Besonders breiten Raum nahm die Diskussion über die Neufassung der FLL-Gütebestimmungen ein. Erste Themenfelder, die vom Regelwerksausschuss der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung und Landschaftsbau (FLL) beraten wurden, wurden von den Teilnehmern in intensiven Diskussionen thematisiert. Dabei ging es unter anderem um Ballen- und Containergrößen, aber auch um Verpflanzenrhythmen und weitere Qualitätsparameter von Gehölzen.

Neben den fachlichen Themen wurden auch personelle Weichen gestellt. Der bisherige Vorsitzende des Ausschusses, Frans van Dijk-Steffen, stand für eine weitere Amtszeit nicht zur Verfügung. In seiner Nachfolge wurde Christoph Dirksen, Baumschule Ley, gewählt. Frans van Dijk-Steffen wurde zum Stellvertreter gewählt.

(gu)

Immergrüne & Koniferen

Im BdB-Fachausschuss „Immergrüne und Koniferen“ wurde unter Leitung des Vorsitzenden Uwe Behrens intensiv über die aktuelle Marktlage diskutiert. Die Zunahme der Wichtigkeit des Sommergeschäftes sei von vielen Teilnehmern im letzten Jahr im Vergleich zu den Vorjahren besonders aufgefallen. Im Bereich der Sortimentsgestaltung haben viele Teilnehmer am Markt eine erhöhte Nachfrage nach speziellen Gehölzen verspürt.

Weiterhin wurde sich rege über die anstehende Überarbeitung der FLL-Gütebestimmungen für Baumpflanzen beraten. Hierbei sprach sich der Ausschuss für eine Ausformulierung einer botanisch korrekten Untergliederung im Bereich der Rhododendren aus. Ziel solle sein, z. B. Gruppen wie die der Rhododendron Hybriden adäquat darzustellen.

Auch die Leitlinien zum integrierten Pflanzenschutz standen auf dem Programm. Der Ausschuss konnte letzte redaktionelle und inhaltliche Änderungen in die letzte Entwurfsphase vor der eigentlichen Abstimmung einbringen. Die Sitzung wurde mit einer Diskussion um die Zertifizierte Markenbaumschule beendet. Dabei stand die Darstellung der Zertifizierten Markenbaumschule in den Kommunikationskanälen des Verbandes im Fokus der Diskussion.

(te)

Containerpflanzen

Auch im BdB-Fachausschuss „Containerpflanzen“ stand die Wahl zum Vorsitzenden an. Bettina Stoldt gab in diesem Zusammenhang bekannt, dass sie nicht erneut zur Wahl stehen würde. Der Bund deutscher Baumschulen bedankt sich für die gute Zusammenarbeit in vergangenen Jahren und wünscht Dirk Clasen, dem neu gewählten Vorsitzenden, viel Erfolg und alles Gute für die zukünftige Ausübung des Amtes.

Die Arbeit des Ausschusses stand ganz im Zeichen der Überarbeitung der FLL-Gütebestimmungen. Das Thema wie die andiskutierte Definition einer Mindestgröße für Container stand ebenso auf der Agenda, wie auch die Diskussion über eine Festlegung definierter Substrate. Die Interessen der Containerbaumschulen werden zukünftig durch Dirk Clasen im Regelwerksausschuss der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL) e.V. vertreten.

Auch stand die aktuell laufende Digitalisierung des Verbandes auf dem Programm. Der Bund deutscher Baumschulen digitalisiert aktuell die ehemaligen „Erkennen Sie Qualität“-Broschüren. Diesen sollen im Zuge des Website-Relaunchs Einzug auf die Internetpräsenz des Verbandes finden. Das geplante modulare Baukastensystem wird die redaktionelle Bearbeitung durch den Fachausschuss erlauben. Die auf Containerpflanzen ausgerichtete Broschüre wird als Pilotprojekt im Verlauf des Jahres neben dem Heft der „Bäume“ erstellt und veröffentlicht.

(te)

Rosen

In diesem Jahr stand die Wahl eines Vorsitzenden im Rosenausschuss an. Holger Clausen, Landesverband Schleswig-Holstein, nahm die Wahl zum Vorsitzenden an. Der Bund deutscher Baumschulen gratuliert Clausen zur Annahme des Amtes und wünscht ihm für die kommende Arbeit alles Gute.

Die Arbeit des Ausschusses wurde von mehreren Schwerpunktthemen geprägt. So diskutierten die Teilnehmer über den aktuellen Stand des sogenannten ADR-Web TV Projektes. Im Zuge der Sitzung von 2016 entschied sich der Ausschuss zur Erstellung von Filmbeiträgen, welche die Entstehungsgeschichte einer neuen ADR-Sorte beleuchten. Diese sollen im Verlauf des Jahres 2017 auf der Website der ADR der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Auch in diesem Jahr analysierten die Teilnehmer die aktuelle Marktlage im Bereich Rosen. So wurde unter anderem berichtet, dass vielfach die Produktion bei den Veredelungszahlen 2015 gekürzt wurde. Für die Zukunft erwarten die Teilnehmer eine Beruhigung und Stabilisierung des Rosenmarktes.

Politische wie phytosanitäre Bedingungen haben den weltweiten Handel und den Export von Rosengewächsen vielfach erschwert. Hier sehen die Mitglieder des Ausschusses wichtige Ansatzpunkte, um die Marktlage für das Produktsegment „Rosen“  langfristig zu optimieren.

Im Zuge der Überarbeitung der FLL-Gütebestimmungen diskutierten die Teilnehmer intensiv über die Beschreibungen der Qualitäten von Containerrosen. Die angesprochenen Aspekte der Qualitäten sollen im Nachgang der Wintertagung gebündelt und in die laufenden Gespräche zur Überarbeitung eingebracht werden.

(te)

Obstgehölze

In diesem Jahr stand die Wahl des Vorsitzenden des BdB-Fachausschusses Obstgehölze an. John-Hermann Cordes wurde in seinem Amt einstimmig wiedergewählt. Der Bund deutscher Baumschulen gratuliert Cordes zu diesem hervorragenden Ergebnis.

Die diesjährige Sitzung wurde durch Fachvorträge von Dr. Andreas Wrede (Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein) über das Thema der Bodenmüdigkeit sowie durch Dr. Erik Schulte (Bundessortenamt) zum Thema Sortenbeschreibungen / Sortenverzeichnis unterstützt.

Dr. Erik Schulte gab den Teilnehmern einen aktuellen Überblick über die geleisteten Anmeldungen zur Aufnahme von Obstsorten in das nationale wie europäische Sortenverzeichnis. In seinem Vortrag stellte Wrede die Schwierigkeit der künstlichen „Herstellung“ eines unter Bodenmüdigkeit leidenden Bodens dar und stellte weiterhin die aktuell in Diskussion stehenden Alternativen zum Bodenentseuchungsmittel Basamid vor. Die intensiven Bemühungen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler findet im Kontext des Forschungsverbundvorhabens ORDIAmur statt. Hier mehr erfahren.

Schulte legte dar, dass bis zum 31.12.2016 63.000 Sorten für die Gesamtliste Obst gemeldet wurden. Hiervon hat der Bund deutscher Baumschulen 4.600 Sorten eingereicht. Zur Bewältigung der zukünftigen Aufgaben wird die Gesamtliste nun von Doppelnennungen und Synonymen bereinigt, um als Ergebnis eine zu beschreibender Sorten erstellen zu können.

Im Vorfeld des genannten Stichtages hatte auf Initiative des Bundes deutscher Baumschulen ein Runder Tisch in Berlin stattgefunden, um die gemeinschaftlichen Interessen aller Beteiligten zum Thema des Sortenverzeichnisses und dem damit verbundenen Saatgutverkehrsgesetzes zu diskutieren. Im Ergebnis stand erstmalig eine gemeinsame Stellungnahme des BdB mit den Naturschutzverbänden BUND und NABU, dem Pomologenverein und dem Reiserschnittgarten Baden-Württemberg.

Auch das Thema der Pflanzengesundheit stand im Fokus der Sitzung. Im Oktober 2016 wurde von der Europäischen Kommission die neue Pflanzengesundheitsverordnung verabschiedet, welche es bis 2019 in nationales Recht umzusetzen gilt. Hier diskutierten die Teilnehmer über die ab dem Stichtag geltende Pflanzenpasspflicht für alle zum Anpflanzen bestimmten Pflanzen sowie die grundsätzliche Zunahme der Eigenkontrolle und –verantwortung der Betriebe. In diesem Kontext wurde auch das Thema des  Entschädigungsfonds diskutiert. Hier sehen die Teilnehmer großen Handlungsbedarf, sodass der Bund deutscher Baumschulen seine Bemühungen in den kommenden Monaten vorantreiben und intensivieren wird.

(te)

Züchtung und Nomenklatur

Die Sitzung des Fachausschusses „Züchtung und Nomenklatur“ stand ganz im Zeichen der Gehölzsichtung. Hierbei diskutierten die Teilnehmer über die anstehende Einführung eines Logos für die Auszeichnung der geprüften Gehölze. Verschiedene Formen der Kennzeichnung, z.B. ein mehrstufiges Sternesystem, stehen aktuell in Diskussion. Weitere Gespräche sind geplant, um die Schaffung einer Wort- und Bildmarke für den Markt anbieten zu können.

Auch die zukünftige Ausrichtung des zu testenden Sortiments wurde durch die Teilnehmer besprochen. Die für 2017 geplanten Sichtungen werden sich intensiv mit Sorten von Prunus laurocerasus, Prunus lusitanica und Photinia fraseri beschäftigen. Der Versand der Versuchspflanzen läuft bald an, sodass die Gehölze deutschlandweit auf ihren Gartenwert getestet werden können.

(te)

Produktion und Umwelt

Knapp 50 Teilnehmer konnte Renke zur Mühlen, Vorsitzender des Ausschusses „Produktion und Umwelt“, begrüßen. Die Themen waren äußerst wichtig: Quarantäneschädlinge, Pflanzenschutz, alternative Pflanzenschutzverfahren, Torfersatzstoffe; dies sind nur einige der vorgestellten Themen.

Die EU-Verordnung zum Schutz vor Pflanzenschädlingen, die sogenannte Quarantäneschutzverordnung, ist kurz vor Weihnachten beschlossen und veröffentlicht worden. Vor drei Jahren wurden die BdB-Mitglieder aktiv im Entscheidungsprozess eingebunden. Deren Wünsche wurden abgefragt und in den weiteren Beratungen mit den Vertretern der Behörden und Ministerien immer wieder vorgetragen. Die Punkte Entschädigung, Umsetzung und Formatierung des künftigen EG-Pflanzenpasses sowie Notfallpläne, Simulationsübungen und die Liste der Hochrisikopflanzen wurden vorgestellt und intensiv beraten.

Im Bereich des Pflanzenschutzes wurde die aktuelle Zulassungssituation beschrieben sowie ein kritischer Ausblick gegeben: Ziel der verbandlichen Arbeit ist die Zurverfügungstellung ausreichender Pflanzenschutzverfahren, die sowohl in der Wirksamkeit ausreichend als auch in der Wirtschaftlichkeit angemessen sind. Hierzu gehört auch der chemische Pflanzenschutz. Die Anzahl der zugelassenen Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe nimmt allerdings ab. Steigende Auflagen reduzieren die Möglichkeiten einer Anwendung in der Baumschule zusätzlich. Hier gilt es einerseits, diesen Prozess zu verlangsamen, und anderseits, den Trend zu erkennen und sich darauf einzustellen. Pflanzenschutzprobleme nehmen auf Grund des Klimawandels und der Globalisierung weiter zu. In der öffentlichen Wahrnehmung erwartet man von den Baumschulen gesunde Ware und eine Produktion ohne chemischen Pflanzenschutz. In diesen Diskurs will der Verband einsteigen.

Daniel Pascal Klaehre informierte die Teilnehmer zur Datenbank PS Info sowie über Pflanzenstärkungsmittel. In zwei Kurzvorträgen wurden Verfahren zur thermischen Unkrautbekämpfung und Untersuchungen zu Torfersatzstoffen vorgestellt.

Erinnert wurde an die erfolgreiche Tagung der ARGE Baumschulforschung 2016. Dem Ausrichter, Klaus Körber, wurde der Dank des Gremiums ausgesprochen. Die nächste ARGE Baumschulforschung wird auf Einladung von Dr. Matthias Zander vom 11. bis zum 13. September 2017 in Berlin stattfinden.

(so)

ZgG – Zertifizierungsgemeinschaft gebietseigene Gehölze

Alle 75 Teilnehmer der ZgG wurden nach Goslar eingeladen, um über das Thema gebietseigene Gehölze zu beraten. Die Hälfte erschien.

Zunächst einmal wurde noch einmal daran erinnert, dass mit dem Leitfaden zur Verwendung gebietseigener Gehölze ein Kompromiss veröffentlicht worden ist, dem alle Teilnehmer der dafür zuständigen Arbeitsgruppe zugestimmt haben. So auch die Vertreter aller Bundesländer. Dennoch werden die im Leitfaden zusammengetragenen Kompromisse von den jeweiligen Bundesländern unterschiedlich umgesetzt. Dies führt zu einem Flickenteppich unterschiedlicher Auslegungen. Dies führt weiterhin bei allen Marktteilnehmern (Produzenten, Handel, Abnehmern) zu erheblichen Irritationen:

- So werden von einigen Bundesländern Einzelnachweise für jede Position eines Auftrages verlangt, ein erheblicher bürokratischer Mehraufwand.

- So wird von den Beerntern verlangt, die genaue Position der Erntebestände zu veröffentlichen. Dies bedeutet die Preisgabe von Betriebsgeheimnissen und könnte zur wirtschaftlichen Notlage führen.

- So werden Herkünfte gefordert, die in öffentlich zugänglichen Erntebestandsregistern eingetragen wurden. Diese Erntebestandsregister werden erst entwickelt.

Über diese und weitere Unklarheiten wurden beraten und Lösungen entwickelt. Die Durchführungsbestimmungen werden den Anforderungen des Marktes angepasst. Die Zertifizierungsregelungen werden verschärft.

Die Bundesländer sind verpflichtet, die Regelungen zu den gebietseigenen Gehölzen umzusetzen. Bis zum 1. April 2020 haben sie Zeit. Der BdB hat im August 2016 alle Bundesländer nach dem aktuellen Umsetzungsstand gefragt. Fünf Bundesländer haben ausführlich geantwortet, zwei haben den Eingang der Frage bestätigt. Alle übrigen Bundesländer haben bisher nicht geantwortet.

Die Teilnehmer der ZgG erwarten von Seiten der Politik und der Behörden mehr Unterstützung. Des Weiteren soll die Aufklärungsarbeit der ZgG intensiviert werden. Abschließend wurde über den Markt gebietseigener Gehölze beraten.

(so)