Wirtschaftspolitik und Steuern

Ausschuss „Wirtschaftspolitik und Steuern“ resümiert aktuelle politische Entwicklungen

 

Die Sitzung des Ausschusses „Wirtschaftspolitik und Steuern“ unter Leitung des württembergischen Landesverbandsvorsitzenden Friedrich Waller war geprägt durch die politische Unsicherheit nach der Bundestagswahl. Dies zeigte sich auch beim weiteren Vorgehen in Bezug auf den geforderten Entschädigungsfonds für Baumschulbetriebe, die von einem Quarantäneschädling befallen sind. Hier konnte Hauptgeschäftsführer Guhl über die bisher geleistete Arbeit berichten, wobei durch die politische Lage im Augenblick ein weiteres Lobbyieren gegenüber der Politik schwierig sei. Allerdings konnte er von unmittelbar bevorstehenden Gesprächen mit der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Prüfung der Schaffung eines Entschädigungsfonds berichten.

Sebastian Nehls von den Landwirtschaftlichen Buchstellen in Kiel referierte gewohnt kenntnisreich über aktuelle steuerliche Änderungen für die Baumschulbetriebe. Auch er zeigte auf, dass die steuerpolitische Richtung der nächsten Legislaturperiode und damit verbundene Auswirkungen für die Branche noch nicht absehbar seien.

Ein weiteres Thema des Ausschusses war die angestrebte Reform des Betriebsvergleichs des Zentrums für Betriebswirtschaft im Gartenbau in Hannover. Der bisherige Betriebsvergleich habe die Schwäche, dass die Datenübermittlung mehr oder weniger händisch vom Steuerberater vorzunehmen sei. Dies sei unkomfortabel und daher wenig praktikabel. Ziel müsse es sein - darüber waren sich die Ausschussmitglieder einig - eine bequeme Schnittstelle zu schaffen, die eine automatisierte Übermittlung der Daten, ähnlich wie zum Finanzamt, über den Steuerberater möglich macht.

(gu)

EDV und Kommunikationstechnik

Die Teilnehmer des EDV-Ausschusses stellen sich dem Fotografen.
Große Konzentration während der Sitzung.

BIM, Amazon und Green Future im EDV-Ausschuss

Absolute Zukunftsthemen wurden in diesem Jahr im Ausschuss EDV und Kommunikationstechnik beraten, dabei wurden zwei Beschlussempfehlungen formuliert.

Zunächst einmal wurde der neue BdB-Pflanzenmarkt vorgestellt. Seit 2001 hat der bisherige BDB-Pflanzenmarkt seinen Dienst getan. Da dieser mittlerweile technisch total veraltet ist, wurde nach einer neuen Lösung gesucht. Die Mitglieder entschieden sich nun, die Börsenlösung der Firma Rita Bosse GmbH als Basis des neuen BdB-Pflanzenmarktes zu nutzen. Künftig wird es einen neuen b-client geben, den jedes BdB-Mitglied nutzen kann. Diese Lösung beschränkt sich allerdings auf Gesuche. Diese Lösung wurde als Beschlussempfehlung an das BdB-Präsidium weitergereicht.

Herr Sommer berichtet über den aktuellen Sachstand der BKS-Reform. Es ist geplant, dass die Softwarehäuser der Baumschulbranche die ersten Echtdaten für die neue Datenstruktur im April erhalten. Die Beschreibung der neuen Datenstruktur liegt bereits seit zwei Monaten den Softwarehäusern zur Beratung vor. Es ist geplant, zum Update Mitte 2018 ausnahmslos mit der neuen Datenstruktur zu arbeiten.

Green Future, das war das Motto der Agritechnica 2017 in Hannover. Vorgestellt wurden die neuesten Trends in den Bereichen Handy-Apps, Bilderkennung, neueste Entwicklungen im Pflanzenschutz sowie der Einsatz von Drohnen. Die Mitglieder des EDV-Ausschusses empfahlen, sich verstärkt mit dem Einsatz neuer digitaler Medien im Bereich des Pflanzenschutzes zu befassen.

Neu ist das Thema Building Information Modeling (BIM). Mit dieser Technik werden Gebäude digital vorgeplant. Künftig würden auch in der Freiraumplanung neben der digitalen Planung auch die Pflanzendaten berücksichtigt. Herr Dr. Martin Leberecht stellte hierzu ein Konzept zur 3-D-Modellierung von Pflanzen vor.

Sehr intensiv und kontrovers wurde das Thema Online-Handel beraten. Die Mitglieder sind sich bewusst, dass der Einzelhandel sich in den kommenden Jahren erheblich ändern wird. Hierzu wurden Prognosen aus der Presse vorgestellt. Die Umsätze verschieben sich vom stationären Einzelhandel zum Online-Handel; auch beim Online-Handel ist ein Trend vom Einzel-Online-Shop zu Marktplätzen zu erkennen. Wie ein Marktplatz aussehen könnte und wie sich die Baumschulen positionieren könnten, stellten zwei Vertreter von Amazon vor.

(so)

Ausbildung

Auch in diesem Jahr stand die Sitzung des BdB-Ausschusses Ausbildung ganz im Zeichen der Akquise neuer Auszubildender und einer Analyse des derzeitigen Standes der Ausbildung Gärtner mit Fachrichtung Baumschule.

Im Zusammenhang mit der BdB-Ausbildungskampagne „Zukunft Grün“ konnten sich die Teilnehmer auf eine Neuauflage der gelben Sortierkarten für angehende Baumschuler entschließen. Auch diskutierten die Mitglieder des Ausschusses intensiv über Möglichkeiten der internen Kommunikation, um wieder mehr Betriebe zur aktiven Ausbildung junger Menschen zu bewegen. Regional konnten in den vergangenen Jahren erhebliche Verschiebungen im Bereich der Anzahl an Ausbildungsbetrieben identifiziert werden. Die BdB-Geschäftsstelle wird einen ersten Entwurf einer möglichen Broschüre für seine Mitglieder entwickeln, um die Attraktivität der betrieblichen Ausbildung wieder in den Fokus der Betrachtung zu rücken.

Ungeachtet der hausinternen Debatten über neue Formen der Kommunikation, diskutierte der Ausschuss kurz über die Zukunft der gartenbaulichen Ausbildung. All zu oft sei in den vergangenen Jahren beobachtet worden, dass Schulklassen verschiedener Couleur an Berufsschulen zusammengelegt worden seien, sodass die Fachrichtungen zunehmend in der inhaltlichen Ausgestaltung der Lehre im Sinne universell ausgebildet würden. Der Ausschuss nahm sich dies zum Anlass in erster Instanz über die Chancen und Risiken der Zusammenführung zu diskutieren.

(te)