Produktion und Umwelt:

Die Mitglieder des Ausschusses Produktion und Umwelt
Volles Haus im Ausschuss Produktion und Umwelt

Ein letztes Mal begrüßte Renke zur Mühlen in seiner Eigenschaft als Vorsitzender die Mitglieder und zahlreichen Gäste des Ausschusses Produktion und Umwelt.

Zunächst einmal wurden die Ausschussteilnehmer über die neuen Regelungen zur Pflanzengesundheit informiert:

  • EU-Pflanzenpass: Die Anforderungen an den BdB-Pflanzenpass wurden anhand einer Skizze kurz vorgestellt. Nach Rücksprache mit den Softwarehäusern sei die Umsetzung der Anforderungen möglich.
  • Ab Dezember 2019 müssen die Baumschulen zusätzliche Anforderungen bezüglich der Pflanzengesundheit im Betrieb erfüllen. Über diese Anforderungen und über mögliche Inhalte einer BdB-Hygieneleitlinie wurde lebhaft beraten.
  • Die BdB-Bundesgeschäftsstelle wagte sich, über konkrete Kostensteigerungen für die Betriebe, die sich aus den Anforderungen ergeben, zu referieren.

Die Pflanzenschutzmittelzulassung ist ein Dauerthema im Gremium. Grundsätzlich kann zusammengefasst werden, dass die europäische Harmonisierung, wie vom europäischen Gesetzgeber gefordert, immer noch nicht erreicht worden ist. Dies führt zu einer erheblichen Unzufriedenheit bei den Baumschulern. Man erkenne allerdings, dass die in Deutschland zuständigen Gremien, hierzu gehört auch das Verbundvorhaben Lückenindikation, in deren Arbeitsgebiet eine Reihe von Pflanzenschutzmitteln für Baumschulen zur Genehmigung geführt wurden.

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Zukunft der Lehre und Forschung. Hier wurden Zukunftsperspektiven beraten und diskutiert.

Es folgten Vorträge zu weiteren Themen.

Dr. Andreas Wrede referierte über die Möglichkeiten des Einsatzes von Unkrautrobotern in Baumschulen.

Wie Pflanzendaten und –informationen gesammelt und digital zur Verfügung stehen können, berichtete Herr Dr. Martin Leberecht. Ziel ist, den Wachstumsverlauf der Pflanzen zu berücksichtigen und die damit verbundenen Änderungen digital mit zu berücksichtigen.

Herr Dr. Matthias Zander gab einen aktuellen Sachstand zu den Klimabäumen. Zu neuen Schädlingen an sommerblühenden Clematis berichtete Klaus Körber. Und zu Erfahrungen der Biofumigation von Sereptasenf bei Verticillium referierte Dr. Andreas Wrede.

Zum Ende der Ausschusssitzung übergab Renke zur Mühlen den Ausschussvorsitz an Dr. Kristina Haage, die einstimmig von den Ausschussmitgliedern gewählt wurde.

(so)

Laubgehölze

Sitzung des Laubgehölzausschusses im Zeichen von Gütebestimmungen und Pflanzenschutz

Der Laubgehölzausschuss diskutierte unter Leitung des Vorsitzenden, Christoph Dirksen, die Zwischenergebnisse der Reform der FLL-Gütebestimmungen. Hierzu stand der Vorsitzende des Regelwerksausschusses der FLL, Professor Martin Thieme-Hack, den Mitgliedern Rede und Antwort in Bezug auf die geplanten Änderungen. Während der Diskussion zeigte sich, dass die vom Regelwerksgremium angedachten Neuerungen der modernen Produktion in den Baumschulen in weiten Teilen bereits gerecht werden. Allerdings wurde auch klar, dass in einigen Fragen der Güte noch weiterer Gesprächsbedarf mit der Abnehmerseite besteht.

Dr. Heinrich Lösing vom Versuchs- und Beratungsring in Schleswig-Holstein referierte über eines der heißesten Themen im Pflanzenschutz. Es ging um die Zukunft des Pflanzenschutzwirkstoffs Glyphosat, aber auch weiterer Mittel, deren amtliche Zulassung teilweise vor dem Aus steht. Lösing gab bei seinem Vortrag auch einen Einblick in die Lage der chemischen Industrie, die von zahlreichen Fusionen und Übernahmen sowie der damit verbundenen Änderungen der Geschäftspolitik geprägt sei. Auch dies mache die Zukunft des integrierten Pflanzenschutzes in der Baumschulwirtschaft nicht einfacher.

Im weiteren Verlauf seines Vortrages präsentierte Lösing mehr oder minder verfügbare Alternativen zum Wirkstoff Glyphosat.

(gu)

Obstgehölze

Die beiden Sitzungen des Obstausschusses standen ganz im Zeichen phytosanitärer Herausforderungen und der Umsetzung der Anbaumaterialverordnung. Im Bereich der Pflanzengesundheit wurde insbesondere die ab 2019 geltende Pflanzengesundheitsverordnung 2016/2031/EU beleuchtet.

In diesem Zusammenhang erörterten die Teilnehmer die nahenden Herausforderungen der Branche in Form steigender Eigenverantwortung der Betriebe oder der grundsätzliche Umgang mit dem Thema Quarantäne.

Der Obstausschuss befasste sich intensiv mit der zukünftigen Ausgestaltung verschiedener Etiketten gemäß Anbaumaterialverordnung und des EU-Pflanzenpasses, für welchen ab 2019 eine allgemeine Pflicht zur Ausstellung für alle zum Anpflanzen bestimmten Pflanzen gilt.

Dies nahm sich der Ausschuss auch zum Anlass, die aktuellen Verbandsthemen wie die Hygieneleitlinien oder mögliche Empfehlungen für ein ausgewogenes Import- / Exportmanagement zu diskutieren. Die Diskussion ging unmittelbar in die derzeit in Diskussion stehenden Quarantäneschadorganismen über. So wurde der Berufsstand über die ENA oder das JKI über eine mögliche Abstufung der obstrelevanten Phytoplasmosen in die Gruppe der geregelten Nicht-Quarantäneschaderreger informiert. Der Bund deutscher Baumschulen musste in diesem Kontext allerdings auch auf die Wichtigkeit einer Abstufung der Scharkakrankheit (plum pox virus) hinweisen.

Der Obstausschuss debattierte fortführend über das in Prüfung stehende Patent für doppelspindelige Obstbäume und zeigte sich einig darüber, dass man den Prozess weiter kritisch beobachten sollte.

Der Ausschuss konnte sich Dank Herrn Doktor Andreas Wrede über den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand im Bereich der Bodenmüdigkeit informieren. Eine der größten Herausforderungen in der Forschung zur Bodenmüdigkeit sieht Herr Wrede in dem Ausschließen möglicher Einflussfaktoren. Neben abiotischen Faktoren rücken zunehmend auch Faktoren wie die biologische Vielfalt im betroffenen Boden eine Rolle. Hier bedarf es weiterer Forschungsansätze, um dem höheren Ziel der Vermeidung und der Bekämpfung der Nachbaukrankheit näher zu kommen.

(te)

ZgG

Die ZgG-Teilnehmer beraten intensiv die aktuellen Entwicklungen am Markt gebietseigener Gehölze.
Die Teilnehmer der ZgG-Sitzung.

Knapp 20 Personen nahmen an der internen Sitzung der Zertifizierungsgemeinschaft gebietseigener Gehölze (ZgG) teil.

Dies ist eine stolze Zahl, wenn man bedenkt, dass 82 Betriebe an der ZgG beteiligt sind.

Wichtigstes Thema war der Beratungstermin im Bundesumweltministerium im vergangenen Oktober.

Die ZgG hatte dem Ministerium vorab eine Liste offener Fragen zugesandt. Der wichtigste Punkt ist die unterschiedliche oder gar fehlende Umsetzung in den jeweiligen Bundesländern.

Die ZgG-Teilnehmer zeigten sich überrascht, dass die offenen Fragen vom BMUB bisher nicht beantwortet wurden.

Vielmehr erwägt das BMUB einen bei der Deutschen Akkreditierungsstelle erstellten Skope. Dies würde die Anforderungen an die Betriebe und die Kosten weiter steigen lassen.

Die Teilnehmer berieten diese Entwicklung sehr intensiv.

Zufrieden wurde allerdings die Aussage des Bundesumweltministeriums aufgenommen, die im Leitfaden formulierten Aussagen nicht noch weiter zu verschärfen und bei sechs Vorkommensgebieten zu bleiben.

Interessiert wurden die Ergebnisse der ZgG-Auditoren aufgenommen und beraten. Die Erfahrungen der Auditoren im Rahmen der ZgG-Prüfungen dienen unter anderem dazu, die Zertifizierung weiterzuentwickeln.

Des Weiteren wurde intern über die ZgG-Börse sowie über die Bestandsmeldungen beraten.

Ebenfalls nicht für die Öffentlichkeit gedacht sind die Aussagen zur Entwicklung des Marktes gebietseigener Gehölze.

Mit einem Kurzreferat eines forstlichen Kontrollbeamten aus Nordrhein-Westfalen wurden die Teilnehmer über die Anforderungen im Forst informiert.

(so)

Immergrüne und Koniferen

Frau Ulrike Brumund, leitete in Vertretung von Herrn Behrens die diesjährige Sitzung des Ausschusses Immergrüne und Koniferen. In einem intensiven Austausch versuchten die Mitglieder und Gäste das aktuelle Marktgeschehen in einen größeren Kontext zu setzen.

Weiterhin formulierte der Ausschuss verschiedene Aspekte innerhalb der FLL-Gütebestimmungen neu. Die damit in enger Verbindung stehenden „Erkennen Sie Qualität“ Broschüren wurden zusätzlich behandelt. In Zusammenarbeit mit dem Containerausschuss wolle man die Broschüren im Zuge der Digitalisierung des Verbandes sowie der noch laufenden Regelwerksüberarbeitung zügig an heutige Anforderungen anpassen.

(te)

Rosen

Die Sitzung des Rosenausschusses begann mit der Wahl von Herrn Wilhelm-Alexander Kordes zum ersten Vorsitzenden. Der Bund deutscher Baumschulen gratuliert an dieser Stelle zur Wahl und dankt Herrn Kordes für sein Engagement.

Neben einem intensiven Austausch über das aktuelle Marktgeschehen diskutierten die Teilnehmer auch über das derzeitige Fachkapitel Rosen in den FLL-Gütebestimmungen. Die Teilnehmer können sich unter anderem gut vorstellen, Begriffe wie Topfrose oder Containerrose näher, detaillierte zu definieren. Weitere Gespräche sollen hierzu folgen, um die derzeit laufende Überarbeitung im Sinne der Rosenproduzenten und –vermarkter zu begleiten. Weitere Belange rund um das Thema Rosen wurden ebenso beraten.

(te)

Containerpflanzen

Der Containerausschuss begrüßte unter Leitung des Vorsitzenden Herrn Dirk Clasen den externen Referenten Herrn Franz-Josef Roth, der den Ausschussmitgliedern und -gästen einen Einblick über wichtige Mechanismen und Möglichkeiten der nachhaltigen Kundenbindung gewährte. Herr Roth arbeitet u.a. für den Verband Deutscher Gartencenter als Fachgartencenter-Inspektor und bei der VDG-Akademie.

In seinem Vortrag legte Herr Roth seinen Fokus auf das für Containerbaumschulen wichtige Zusammenspiel von Gartencentern und Zulieferbetrieben. Im Verlauf des Vortrages löste sich die Gruppe zusehends von den grundsätzlichen Anforderungen an Aspekte wie Produktqualität, Verlässlichkeit oder Pünktlichkeit, vielmehr rückte Herr Roth weiterführende Tipps in Form der Festigung von Kundenkontakten und die Weiterentwicklung der Kundenzufriedenheit in den Mittelpunkt seines Handelns.

In diesem Jahr nahm sich der Ausschuss der Formulierung von Containermindestmaßen im Zuge der Überarbeitung der FLL-Gütebestimmungen für Baumschulpflanzen an. Der Ausschuss zeigte sich nach einer intensiven Diskussion einig darüber, dass nun praxistaugliche Empfehlungen gefunden wurden. Einige der Teilnehmer, welche bereits im Vorfeld an der Sitzung des Arbeitskreises Anerkennungsbestimmungen teilgenommen haben, nutzten die Gelegenheit zudem, um mit ihren Kolleginnen und Kollegen über die bisherigen Erfahrungen zum zweistufigen Zertifizierungsverfahrens zu debattieren. Gerade mit Blick auf die Zertifizierung in erster Instanz hat sich bereits ein großer Kern teilnehmender Unternehmen gefunden.

(te)

Züchtung und Nomenklatur

Herr Reinhard Noack leitete in Vertretung des Vorsitzenden Holger Hachmann die Sitzung des Ausschusses Züchtung und Nomenklatur. Die Sitzung stand ganz im Zeichen einer Diskussion rund um die Zukunft des Ausschusses und der Gehölzsichtung. Neben der Beratung über die für 2018 angedachte Einführung eines Logos für die Gehölzsichtung wurden auch die grundsätzlichen Fragen der Gehölzsichtung beraten. Hierbei lag der Fokus insbesondere auf dem Umgang der Zusammenarbeit mit den ehrenamtlich engagierten Sichtungsgärten, der Sortimentswahl für zukünftige Sichtungen und Möglichkeiten, die Ergebnisse der bisherigen Sichtungen der BdB-Mitgliedschaft besser näherzubringen. Ziel müsse es sein, dass positive Ergebnisse und innovative Gehölzneuheiten in den Produktionsprozess vieler Baumschulen gelangen.

(te)