BdB-Obstreise 2017

Die Teilnehmer der Obstreise 2017 (Foto: BdB).

Jahr für Jahr bereisten die für Obstgehölze begeisterten Mitglieder des Bundes deutscher Baumschulen die Welt, um sie aus Sicht der Obstbaumproduktion zu erleben und um von anderen Nationen zu lernen. In diesem Jahr reisten die Teilnehmer quer durch den Nordwesten Deutschlands, um auch einmal in heimischen Gefilden die Vielfalt der Obstproduktion zu erleben.

Tag 1: Aufbruchsstimmung und Beginn einer langen Reise

Den Teilnehmern der BdB-Obstreise 2017 wurde ein vielseitiges Programm geboten. Ausgangsort für die Reise war die Stadt Münster. Bei besten Wetterverhältnissen reisten die Teilnehmer zunächst zum Vorsitzenden des Landesverbandes Westfalen-Lippe, Wolf-Dieter Giesebrecht. Nach einer intensiven Besichtigung des auf Privatverkauf und Produktion spezialisierten Betriebes machten sich die Teilnehmer wieder auf den Weg.

In der Baumschule Lodder konnten sich die obstinteressierten Besucher ein Bild über die Produktion von Obstunterlagen machen. Erhard Lodder führte die Teilnehmer in einer Buskolonne durch die Weiten seines Betriebes. Auch um das leibliche Wohl der Reisenden wurde sich im Betrieb gekümmert. Der symbolträchtige und an alle Reisende verteilte Marzipanapfel der Baumschule Lodder bleibt den Teilnehmern in positiver Erinnerung.

Nach einer längeren Weiterfahrt besuchte die Delegation die Baumschule Artmeyer in Hörstel. Die Teilnehmer konnten sich unter persönlicher Führung von Norbert Artmeyer ein Bild der hoch effizienten Betriebsweise im Bereich der Containerproduktion verschaffen. Der Schwerpunkt des Betriebes liegt zweifelsfrei bei Rhododendron, doch auch Beerenobst kann in der Baumschule Artmeyer besichtigt werden.

Der biologische Anbau von Obstgehölzen konnte als letzte Station in der Bio-Baumschule Geers begutachtet werden. Von hoher Wichtigkeit waren dabei die intensiven Gespräche über den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und alternativen Möglichkeiten zur Aufrechthaltung der Pflanzengesundheit.

Tag 2: Volle Fahrt voraus!

Die Reise ging am zweiten Tag weiter Richtung Ammerland. Am Ende des Tages sollte die Stadt Bad Zwischenahn erreicht werden. Als erstes wurde die Baumschule Beckermann in Cappeln besucht. Der Betrieb hat sich auf die Produktion von Obstgehölzen in Containern und im Freiland spezialisiert. In gemütlicher Atmosphäre wurden die Teilnehmer im Reisebus durch die Flächen geführt.

Nach einer längeren Fahrt erreichten die Teilnehmer die Baumschule Martens. Voller Familieneinsatz war gefragt. Schnell wurden zwei Schlepper und Hänger startklar gemacht und die Obstreisenden "aufgeladen". Ocko Martens, Vorsitzender des Ausschusses "Junge Unternehmer", war ebenfalls mit an Bord und stellte den Betrieb vor.

Tag 3: Obst in großer Vielfalt

Die Baumschule zu Jeddeloh in Edewecht wurde als erste Station am dritten Tag angesteuert. Die Betriebsführung machte regelmäßig an den Stationen, welche für die Oldenburger Vielfalt aufgestellt waren, Halt. Hier konnten sich die Reisenden einen Überblick über das Sortiment und die Produkte der Baumschule verschaffen.

Die Reise setzte sich im Alten Land fort, wo sich die Teilnehmer ein Bild vom klassischen Obstanbau verschaffen konnten. Hinrich Armhold begrüßte die Reisenden in seinem Betrieb und stellte die aktuellen Herausforderungen bei der Bereitstellung von Obstgehölzen für die spätere Fruchtproduktion vor. Der zünftige und für die Region traditionelle Butterkuchen fand reißenden Absatz unter den hungrigen Gästen. Armhold begleitete die Teilnehmer zur letzten Station des Tages. Die Reise wurde zur Versuchsanstalt für Obst (Esteburg) fortgesetzt. Neben grundsätzlichen Fragen zur Obstproduktion, konnten auch Themen des Sortenschutzes und der Sortenauswahl mit den Kollegen der Versuchsanstalt diskutiert werden.

Tag 4: Im hohen Norden angekommen – Baumschulen in Schleswig-Holstein

Der vierte Tag begann in der Baumschule Stahl. Kai-Wilhelm Thies führte die Teilnehmer durch die Flächen und stellte die Produktion von Obstunterlagen der Baumschule Stahl vor. Ein wichtiger Bestandteil der Produktion Obstunterlagen ist die Verwendung von Tagetes-Einsaaten zur Bekämpfung von Nematoden und bekannter Nachbaukrankheiten. Derartige alternativen zum chemischen Pflanzenschutz rücken zunehmend in den Fokus von Obstgehölzproduzenten.

Die Reise führte im Anschluss zur Baumschule Zorn. Nach einem intensiven Umzug erstrahlt die Baumschule Zorn in neuem Glanz, wovon sich die Teilnehmer ein detailliertes Bild machen konnten.

Rasant ging es in der Baumschule Clasen in Rellingen weiter. Die begeisterten Baumschuler wurden kurzer Hand auf Transportvehikel "aufgeladen" und im Stile einer Safari durch die Baumschule befördert. Dabei zeigte der auf die Containerproduktion spezialisierte Betrieb sein vielseitiges Sortiment. Dem obstbegeisterten Baumschuler bot sich in der Baumschule Cordes ein vielfältiges Sortiment an verschiedensten Obstarten. Insbesondere die Sorten, die der Betrieb der Genbank Obst, ein wichtiger Bestandteil des Sortenerhalts auf nationaler Ebene, fanden hohe Anerkennung.

Tag 5: Das Ende einer fulminanten Reise – Abschied der besonderen Art

J.C. Meyer hieß die letzte Station der Reise. Ein Sortiment seltener Raritäten in Containerkultur stand parat und wartete auf seine gierigen Betrachter. Nach all den vielen intensiven Eindrücken gönnte sich die Gruppe einen kurzen Trip in Richtung Hamburger City, um dort am Beispiel des gebauten urbanen Raumes die mannigfaltige Verwendung der Gehölze zu studieren.

Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle Karl-Heinz Pfänder und John-Hermann Cordes. Beide organisierten stets voller Eifer und Leidenschaft die jährlich stattfindende Obstreise. Leider verabschiedeten sich beide emotional während des in der Baumschule Cordes stattfindenden Grillabends von den anderen Teilnehmern als Organisatoren. Es wird sich langfristig zeigen, ob die Tradition in Zukunft wieder durch die junge Generation aufgegriffen wird.

Der Bund deutscher Baumschulen sagt Vielen Dank und Alles Gute für die Zukunft!

(te)