EU-Kommission und BdB diskutieren über Prämienzahlungen für Containerflächen

Die EU-Kommission sieht für die aktuelle Förderperiode der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik vor, dass Containerflächen, bei denen die Wurzeln durch Folienabdeckungen nicht das Erdreich durchdringen können, keine GAP-prämienfähige Fläche sind. Die Kommission begründet dies damit, dass nur dann eine Prämie gezahlt werden könne, wenn der Boden tatsächlich bearbeitet werde d. h. die Pflanze einwurzeln könne. Der BdB widerspricht dieser Haltung.

Deswegen trafen sich Präsident Helmut Selders, Vizepräsident Hajo Hinrichs und Hauptgeschäftsführer Markus Guhl mit Vertretern der EU-Kommission und mit dem Europaabgeordneten Karl-Heinz Florenz, um die Thematik zu diskutieren. Dieses Gespräch fand am 20. April 2016 in Brüssel statt.

Die BdB-Vertreter legten die Gründe für die Trennung von Erdreich und darüber liegender Containerfläche dar: Insbesondere Umweltbeweggründe sind hier maßgeblich. Der Boden wird geschont, Dünger und Wasser können gespart werden. Gleichzeitig haben Untersuchungen gezeigt, dass die biologische Vielfalt im Boden unter einer abgedeckten Containerfläche im Bereich der Mikroorganismen wesentlich höher ist als bei konventionell bearbeiteten Ackerflächen. Die Versagung der GAP-Prämie ist vor diesem Hintergrund eine Sanktionierung von umweltbewussten Verhalten der Betriebe.

Die hochrangigen Kommissionsbeamten gaben zu erkennen, dass man diese moderne Bewirtschaftung von Containerflächen nicht im Kopf gehabt habe, als man die entsprechenden Anfragen von Ämtern aus Litauen und Deutschland erhalten habe, wie mit solchen Flächen umzugehen sei. Man sehe sich im Augenblick jedoch außer Stande, die einmal veröffentlichte Interpretation der Kommission ohne weiteres im Sinne der Baumschulen zu korrigieren. Allerdings werde man für die neue Förderperiode, die in wenigen Jahren beginnt, dieses Produktionsverfahren und seine Umweltverträglichkeit im Zuge der GAP-Prämien würdigen müssen.

Der EU-Abgeordnete Karl-Heinz Florenz gab sich damit nicht zufrieden. Aus seiner Sicht – und hier stimmte er mit den Vertretern des BdB überein – sei es notwendig, noch in dieser Förderperiode zu einer Änderung zu kommen. Er werde gemeinsam mit dem BdB weitere politische Fürsprecher in Brüssel suchen, um eine Änderung zu erzielen.

Der Meinungsaustausch, der in einer sehr freundlichen und sachlichen Atmosphäre stattfand, wurde von allen Teilnehmern in dem Willen beschlossen, die Thematik weiter zu erörtern.

(gu)