Serie Pflanzenschutz, 1. Teil

Die Seite des JKI bietet eine umfassende Darstellung zu den Lückenindikationen.

In dieser Serie wird die Pflanzenschutzmittelzulassungssituation aus Sicht der Baumschulen vorgestellt. Jeder Teil hat einen Schwerpunkt und wird abschließend zur Diskussion gestellt.

In diesem ersten Teil erhält der Leser einen allgemeinen Überblick. In der Folgeausgabe wird die aktuelle Zulassungssituation erläutert, anschließend werden die Aktivitäten des BdB vorgestellt. Im abschließenden vierten Teil wird der Pflanzenschutz in der öffentlichen Wahrnehmung betrachtet.

  1. Pflanzenschutz – Ein Überblick

Die öffentliche Diskussion zum Thema Pflanzenschutz wird sehr emotional geführt. Eine sachlich fundierte Auseinandersetzung ist kaum möglich. Dennoch ist der chemisch synthetische Pflanzenschutz für die Baumschulen ein notwendiger Baustein im Werkzeugkoffer der unterschiedlichen Pflanzenschutzverfahren.

Aus diesen Gründen befasst sich der Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V. seit Jahrzehnten mit dieser Thematik.

Ziel ist, den Abnehmern äußerlich und innerlich gesunde Gehölze zu einem akzeptablen Preis anzubieten. Der Kunde hat ein Recht auf langanhaltende Freude an der gekauften Pflanze.
Ziel ist aber auch, die Gehölzproduktion auf ein wirtschaftlich tragbares Niveau zu halten, wobei die Gesunderhaltung der Umwelt und die gesellschaftliche Akzeptanz immer gleichberechtigt nebeneinander betrachtet werden müssen.

Hierzu gehört ein breites Angebot an Pflanzenschutzverfahren. Jede Schublade des Werkzeugkoffers "Pflanzenschutz" muss gut gefüllt sein: thermische, mechanische, biologische und auch chemische Verfahren müssen in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen.

Bereits Anfang der 90er Jahre wurden thermische, mechanische und biologische Verfahren zusammengetragen, die für den Einsatz in der Baumschule geeignet sind. Ständig kommen neue Verfahren hinzu.

Wichtig ist aber auch immer wieder der Einsatz chemisch synthetischer Mittel, da meist nur diese einen hohen Wirkungsgrad gegenüber Schadorganismen aufweisen und auch nur diese zur Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen an Vermehrungsmaterial beitragen.

Mit der Verabschiedung des europäischen Pflanzenschutzpaketes im Jahr 2009, das im Jahr 2011 inhaltlich im neuen deutschen Pflanzenschutzgesetz umgesetzt wurde, war die Hoffnung verbunden, dass auch künftig ausreichende Pflanzenschutzmittel für die Baumschulen zur Verfügung stehen werden und in Europa ein fairer Wettbewerb entsteht.

Auf der Seite des Julius Kühn-Instituts wird der Rechtsrahmen näher erläutert: http://lueckenindikationen.julius-kuehn.de/index.php?menuid=28

Der BdB hat dieses Pflanzenschutzpaket seinerzeit voll unterstützt und die Umsetzung in das deutsche Recht aktiv begleitet.

Die aktuelle Zulassungssituation ist derzeit allerdings alles andere als befriedigend, die künftige Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmittel in Baumschulkulturen sieht eher schlecht aus. Die Erwartungen des BdB wurden enttäuscht.

In der nächsten Grünonline-Ausgabe wird die aktuelle Situation der Pflanzenschutzmittelzulassung erläutert.

Diskutieren Sie gern mit dem Verfasser: Niels Sommer, Tel. 030 240869929 oder per Mail: sommer(at)gruen-ist-leben(dot)de.

(so)