Xyllela fastidiosa dringt weiter vor

Nicht nur Olivenbäume werden von Xyllela fastidiosa bedroht, laut EPPO wurden weltweit bereits über 350 Arten als Wirtspflanzen positiv getestet. (Foto: BdB)

In den vergangenen Monaten hat der BdB über die Entwicklung im Fall Xyllela fastidiosa berichtet. Die Sorge in Politik, Wissenschaft und Produktion ist groß, wurde doch ein weiterer Befall in den französischen Alpen gefunden. Der BdB unterstützt Maßnahmen, die zur Vermeidung der weiteren Ausbreitung des Erregers dienen und weist auf die Vielschichtigkeit der Einwanderungswege des Bakteriums hin.

Ausbreitung
Xyllela fastidiosa ist ein Bakterium mit vielen Facetten und Ausprägungen. Die EU hat Ende des letzten Jahres zwei Listen von Wirtspflanzen für die verschiedenen Bakterienstämme, die in Europa nachgewiesen wurden, herausgegeben. An der Cote d'Azur und auf Korsika (Frankreich) hat man Xyllela fastidiosa subsp. multipex und in der Provinz Lecce (Italien), Xyllela fastidiosa subsp. pauca festgestellt. Jüngst hat sich das Bakterium auf die französischen Alpen ausgebreitet.

Bakterium als "Urlaubssouvenir"
Xyllela fastidiosa, ein Kosmopolit? Das Bakterium hat eine Geschichte: Bereits 1880 wurde das Bakterium aufgrund erheblicher Schädigungen von Weinkulturen in Kalifornien (Nordamerika) festgestellt. Xyllela fastidiosa wurde als der Auslöser der Pierce-Krankheit identifiziert, welche sich durch Trockenheitssymptome äußerte und letztlich zum Absterben der Pflanzen führte.

Die heutige Debatte über die Verbreitung und die Einwanderung des Bakteriums nach Europa wird vielschichtig geführt. Die EU hat ein besonderes Augenmerk auf Kaffeepflanzen aus Costa Rica und Honduras geworfen, seien in diesem Fall doch positiv getestete Chargen nach Europa gelangt. Auch in Ländern wie USA, Kanada, Mexiko, Brasilien oder Taiwan konnten aktuelle Meldungen zu Xyllela fastidiosa vernommen werden. Die Welt wächst zunehmend zusammen, doch leider auch im Bereich der Pflanzengesundheit.

Eine unterschätzte Gefahr liegt neben dem klassischen Handel im Tourismus. Oft bringen Reisende Souvenirs in Form von Stecklingen, Schnittblumen oder anderen Gegenständen mit pflanzlicher Herkunft in ihr Heimatland mit. Auf diesem Weg kann auch Xyllela fastidiosa unbemerkt zwischen den europäischen Staaten reisen und sich weiterverbreiten. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass die als Vektoren geltenden Zikaden sowohl aus dem Kreis der heimischen, wie auch der nicht heimischen Arten stammen können. Unbemerkt können auch diese mit Pflanzen eingeschleppt werden, für welche wiederum das Risiko einer Ansteckung mit Xyllela gering ausfällt.

Die Wissenschaft arbeitet derzeit intensiv an der konkreten Identifizierung der bedeutendsten Vektoren. Ein Vektor benötigt in jedem Fall eine infizierte Pflanze, um von dort ausgehend das Bakterium weiterzuverbreiten. Der BdB rät zur Vorsicht und mahnt Privatpersonen an, keine Pflanzen aus den mit Befall deklarierten Ländern zu transportieren oder mitzubringen, denn ungeprüfte und unbekannte Herkunft führt ein großes Schadpotential für Wirtschaft, Kultur und die Bevölkerung mit sich.

(te)