Kein Update der Unionsliste Invasiver Arten für 2018

Am 5. Dezember 2017 traf sich das zuständige Komitee für Invasive Arten Europas, um ein mögliches Update der Unionsliste für 2018 zu beraten. Auf Grundlage bisheriger Erfahrungen und Erkenntnisse ist man von einem Update der Unionsliste für 2018 abgekommen. Der BdB begrüßt diese Entscheidung, mahnt allerdings zur Obacht und ruft alle BdB-Mitglieder zur aktiven Mitarbeit gegen die Listung von Arten ab 2019 auf.

Konzentration auf bisherige Unionsarten

Das zuständige Gremium kam zu dem Schluss, dass zur Steigerung der Effizienz eine Konzentrierung auf bisher gelistete Arten stattfinden müsse. So sei erkannt worden, dass die Landesbehörden entsprechenden Vorlauf zur Entwicklung geeigneter Managementmaßnahmen und –pläne zur Tilgung bzw. Eindämmung entsprechender Arten benötigten. Auch solle das Übergangsjahr genutzt werden, um das Verfahren der Erweiterung der EU-Liste zu konkretisieren bzw. in seiner Genauigkeit zu schärfen. Der Bund deutscher Baumschulen erneuert in diesem Zusammenhang seine Forderung, nur Arten aufzunehmen, die im gesamten EU-Hoheitsgebiet als neu bzw. unbekannt gelten. Eine Reduzierung auf Gattungsebene wird zudem konsequent abgelehnt.

ENA benennt externen Experten für Teilnahme am "Wissenschaftlichen Forum"

Der Europäische Baumschulverband ENA beschäftigt sich seit Erstellung der ersten Unionsliste intensiv mit dem Thema der invasiven Arten mit unionsweiter Bedeutung. Seit Beginn dieser Arbeit wurde durch verschiedene Verbände und Institutionen der in Teilen sehr intransparente Prozess der Listung von Arten stark kritisiert. Die EU nahm dies zum Anlass, das für die Risikoanalysen zuständige wissenschaftliche Forum für externe Berater zu öffnen. Die ENA hat sich in enger und intensiver Abstimmung für einen branchenbekannten Experten ausgesprochen, der zukünftig die Belange der europäischen Baumschulwirtschaft in diesem wissenschaftlichen Forum vertreten soll. Eine Entscheidung in diesem Zusammenhang steht noch aus. Der Bund deutscher Baumschulen wird bei Bekanntwerden der Festlegung externer Experten über die üblichen Kanäle berichten.

Am Ende müsse eine fachlich fundierte Entscheidung bei Abwägung aller wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und ökologischen Aspekte erfolgen.

Stellungnahme zu drei Arten beim Bundesumweltministerium eingereicht

Trotz der Entscheidung, von einem Update der Unionsliste in 2018 abzusehen, hat der Bund deutscher Baumschulen Anfang Januar 2018 beim Bundesumweltministerium drei Stellungnahmen bezüglich der nachfolgenden Arten eingereicht:

Ailanthus altissima
Celastrus orbiculatus
Cornus sericea

Für diese drei Arten war bis vor kurzem bekannt, dass sie für ein mögliches Update für 2018 bzw. 2019 vorgesehen waren. Hierfür wurden bereits Risikoanalysen erstellt bzw. in Auftrag gegeben. Der Bund deutscher Baumschulen hat auf Grundlage der in Europa diskutierten Arten innerhalb der Mitgliedschaft die Bedeutung der jeweiligen Kulturen abgefragt. Dabei galt es insbesondere wirtschaftliche, wie sozioökonomische Fakten zu den benannten Gehölzen zu sammeln und zu bewerten. Auch wurden diese Zahlen in Relation zur ökologischen Bedeutung der Pflanzen gesetzt. Insbesondere mit Blick auf das in 2017 dokumentierte Insektensterben gilt es kritisch zu prüfen, inwieweit robuste blühende Gehölze wie etwa der Götterbaum oder der Baumwürger, auf die Unionsliste der invasiven Arten gehören. Letztlich können diese Kulturen am Extremstandort "Stadt" letzte Rückzugsorte für heimische Insekten und andere Kleinstlebewesen (z.B. Milben) bilden.

(te)