Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim

Abbildung 1: Die LWG Bayern in Veitshöchheim freut sich über Besucher jeder Art. Die Türen sind für Besucher stets geöffnet. (Foto: BdB)
Abbildung 2: Bestes Sonnenwetter und die Hanglage am Main machen die Region rund um die Landesanstalt zum geeigneten Weinbaugebiet. (Foto: BdB)
Abbildung 3: Hydrangea sind sowohl im Sinne der Gehölzsichtung, wie auch zu Lehrzwecken von Auszubildenden und der breiten Öffentlichkeit hochinteressante Pflanzen, fallen sie allzu oft durch üppige Blütenanzahlen auf. (Foto: BdB)
Abbildung 4: Der in Veitshöchheim vorzufindende hohe pH-Wert des Bodens ermöglicht es den Versuchsanstellern, bei der Betrachtung einzelner Arten / Sorten Rückschlüsse auf die Eignung als „Klimabaum“ zu ziehen. Für die Baumschulwirtschaft könnten insbesondere Gehölze mit weiter Anpassungsfähigkeit von hoher Bedeutung sein. (Foto: BdB)
Abbildung 5: Ein junger Jahrgang in Testung stehender Rosenpflanzen kann auf einer groß angelegten Untersuchungsfläche in Veitshöchheim auf seine Gartentauglichkeit getestet werden. (Foto: BdB)

Bei "tropischen" 33 Grad Celsius machte sich Marius Tegethoff, Bereichsleiter für Qualitätssicherung / Produktion, am 19.07.2017 auf den Weg nach Veitshöchheim, um sich von Herrn Klaus Körber durch die Anlagen der LWG, dem "Stutel" und den darin enthaltenden Bestandteilen der ADR und Gehölzsichtung führen zu lassen. (Abb. 1)

Veitshhöchheim bietet mit seiner Lage direkt am Main exzellente Bedingungen für verschiedenste Versuche und Projekte. Insbesondere die Möglichkeiten, die sich aus dem für den Weinbau geeigneten Klima und der dazugehörigen Topografie der Landschaft ergeben, bieten einzigarte Faktorenkombinationen für unterschiedliche Untersuchungen. (Abb.2.)

Extreme Standorte – Kritische Prüfung von Gehölzen der Gehölzsichtung

Ein großes Interesse besteht in Veitshöchheim an der Prüfung der Eignung neuer Sortimente. So tummelt sich eine Vielzahl exotischer Arten von nah und fern im Sortiment der Landesanstalt. Immer wieder spielt dabei die Anpassungsfähigkeit an extreme Standorte eine entscheidende Rolle bei der Bewertung der Testergebnisse. Gesundheit, Blühfreudigkeit oder die allgemeine Gartentauglichkeit stehen bei der über mehrere Jahre angelegten Gehölzsichtung an oberster Stelle. (Abb. 3)

Gehölzen im Zeitalter des Klimawandels

Für viele Experten steht fest: Der Klimawandel kommt und wird sich maßgeblich auf das von der Baumschulwirtschaft erarbeitete Sortiment auswirken. Die Zunahme von Starkregenereignissen, Trockenperioden oder extremen Temperaturschwankungen muss auch mit anderen Parametern wie etwa dem pH-Wert des Bodens oder der Wasserkapazität in Einklang gebracht werden. Hier werden verschiedenste Arten und Sorten von bekannten Gattungen wie Morus, Ulmus oder Quercus auf ihre Zukunftsfähigkeit untersucht. (Abb.4).

Auch im Bereich der Sicherstellung der Grundversorgung mit frischem Obst und zukünftigen Kulturen arbeitet die Landesanstalt intensiv an der Lösung von Problemfragen. So werden die Möglichkeiten eines deutschen Anbaus für wärmeliebende Arten wie Actinidia oder Prunus armeniaca untersucht. Ebenso wird an der Vermeidung des Befalls von frischem Obst mit der Kirschessigfliege gearbeitet. Im Sinne des integrierten Pflanzenschutzes werden dabei speziell mechanische Lösungsansätze verfolgt.

ADR-Rosen unter widrigen Witterungsbedingungen getestet

Auch dem Thema der Allgemeinen Deutschen Rosenneuheitenprüfung (ADR) schenkt man am Standort Veitshöchheim große Aufmerksamkeit. Im Stutel können die verschiedenen Jahrgänge unter teilweise extrem hohen Temperaturen und schwacher Wasserversorgung auf ihre Gartentauglichkeit getestet werden. Die auf die gesamte Bundesrepublik verteilte ADR-Prüfung erfasst auf diese Weise alle witterungsbedingten Einflüsse auf die Kultur von Rosen im Privatgarten wie auch unter Produktionsbedingungen. (Abb.5)

Streuobst und Trüffelkultur!

Welche Sorten schmecken gut? Welche Sorten können in verschiedenster Form (z.B. Spirituosen, Marmelade und Co.) verarbeiten? Welche Sorten weisen keine allergene Wirkung auf?

All diesen und weiteren Fragen geht man zukünftig in einem langfristig angelegten Streuobstprojekt nach. Im Fokus stehen dabei insbesondere alte Sorten, welche durch die Attestierung positiver Eigenschaften für den Konsumenten eine Renaissance erfahren könnten.

Ein besonderes Projekt erscheint auch die künstliche Anzucht von Trüffeln zu sein. Die edlen Pilze sollen in Wechselwirkung mit Haselnüssen nachhaltig und langfristig in kontrollierter Produktion hergestellt werden. Dies ist nur ein Beispiel für die kreativen Versuchsgedanken, denen in der LWG Veitshöchheim nachgegangen wird. Jedem interessierten steht es frei, die Anlage einmal selbst zu besuchen und sich ein Bild zu machen.

(te)