Gebietseigene Gehölze: Noch 4 Jahre!

Die sechs Vorkommensgebiete der ZgG.

Ab März 2020 ist es soweit. Dann dürfen grundsätzlich nur noch gebietseigene Gehölze mit entsprechendem Zertifikat in die freie Natur gepflanzt werden.


Der BdB hat in den entsprechenden Arbeitsgruppen an dem folgenden Kompromiss mitgearbeitet:

  • Es gibt 6 Vorkommensgebiete.
  • Betroffen ist nur die freie Natur.
  • Der Herkunftsnachweis gebietseigener Gehölze erfolgt auf Grundlage einer privaten Zertifizierung.

Aber nicht alle Beteiligten, die in dieser Arbeitsgruppe mitgewirkt haben, halten sich an den Kompromiss. So werden in einigen Ausschreibungen Herkunftsgebietskarten mit neun und mehr Herkünften als Ausschreibungsgrundlage herangezogen. Teilweise werden auch Eigenzertifikate der jeweiligen Lieferanten akzeptiert. Viele Ausschreibungen werden fehlerhaft formuliert. Teilweise werden immer wieder zusätzliche Anforderungen gestellt; in unterschiedlichen Bundesländern gelten unterschiedliche Anforderungen. Dies führt zu erheblichen Irritationen bei allen Beteiligten: bei den Produzenten, dem Handel und dem Abnehmer. An dieser Stelle schlägt der BdB schon seit Jahren vor, dass sich die Bundesländer auf einheitliche Regeln einigen. Mittlerweile wird in Bayern ein amtliches Ernteregister aufgebaut. Spätestens ab dem 1. März 2020 werden nur noch Gehölze akzeptiert, dessen Saatgut aus Erntebeständen kommt, die in diesem Ernteregister aufgenommen worden sind. Auf Nachfrage wurde bestätigt, dass sich das Ernteregister derzeit im Aufbau befindet und frühestens im Herbst 2016 veröffentlicht werden wird. Möglicherweise werden sich die Bundesländer NRW, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern an dieser bayerischen Systematik beteiligen. Dies ist vor dem Hintergrund der bundesweiten Vereinheitlichung zu begrüßen. Wie ab dem 1. März 2020 mit größeren Qualitäten verfahren wird, die es naturgemäß aufgrund des noch nicht veröffentlichten Ernteregisters nicht geben kann, konnte bisher nicht beantwortet werden. Hier empfiehlt der BdB, dass ab sofort nur noch dann gebietseigene Gehölze zur weiteren Verwendung (Aufschulung und Handel) zugekauft werden, wenn dessen Saatgut aus amtlichen Ernteregistern kommen oder zumindest detaillierte Unterlagen zu den Erntebeständen vorliegen und mitgeliefert werden. Eine klare und einheitliche Empfehlung kann derzeit auf Grund der diffusen und unterschiedlichen Rechtslage in den jeweiligen Bundesländern nicht gegeben werden.

Der BdB hat vor fünf Jahren ein Zertifizierungssystem für gebietseigene Gehölze mit den folgenden drei Zielen entwickelt:

  • Für die Produzenten und Händler ist dieses Zertifikat praktisch umsetzbar und kostengünstig.
  • Für alle Marktteilnehmer (Produzenten, Händler, Abnehmer) wird ein Höchstmaß an Sicherheit und Akzeptanz geboten.
  • Mit diesem Zertifikat wird die bundesweit einheitliche Umsetzung des BMU-Leitfadens umgesetzt.

ZgG-Gehölze werden in allen Bundesländern akzeptiert. Dies ist ein Erfolg der BdB-Arbeit.

Alles Weitere zum Thema gebietseigene Gehölze und der ZgG: www.zgg-service.de
Für Fragen, Hinweise und Anregungen steht der Autor gern zur Verfügung: Niels Sommer (Tel. 030 24086990 oder sommer(at)gruen-ist-leben(dot)de).

(so)