BdB-Vorschlag für einen EU-Pflanzenpass

Der EU-Pflanzenpass: vom BdB vorgeschlagen, ergänzt um die für Obstgehölze erforderlichen Angaben.
Von der EU vorgeschlagene Entwürfe für einen Pflanzenpass.
Von der EU vorgeschlagene Entwürfe für einen Pflanzenpass.

Auf Basis der neuen EU-Pflanzengesundheitsverordnung (2016/2031/EU) sollen auch die formalen Anforderungen des Pflanzenpasses festgeschrieben werden. Bereits vor über einem Jahr hat der BdB ein mit den BdB-Gremien abgestimmten Vorschlag zur Beratung in der EU-Kommission vorgelegt (siehe abgeändert Bild 1).

In Teilen wurde der damalige BdB-Vorschlag in den nun vorgelegten EU-Entwürfen umgesetzt (Bild 2 und Bild 3). Der BdB hat zu den von der EU-Kommission vorgelegten Entwürfen, die in diesen Tagen beraten werden, erneut Stellung genommen. Dabei ist es wichtig, dass die in Baumschulen üblichen Etikettenmaße von 220 mm x 25,5 mm auch weiterhin genutzt werden können. Sollten größere Etiketten notwendig sein, so liegen die jährlichen Mehrkosten für eine mittelgroße Baumschule zwischen 300 und 500 Euro. Dies lehnt der BdB ab.

Daher sollte auch die Verwendung kleinerer Schriftgrößen möglich sein. In etwa 80 Prozent der Baumschulen werden für den Etikettendruck Nadeldrucker verwendet. Dies führt dazu, dass die EU-Flagge mit den 16 Sternen teilweise nur als Anmutung erkennbar ist. Hier darf es keine schärferen Vorgaben geben.

Auch weiterhin muss es mögliche sein, die Pflanzenpartie mit einem Pflanzenpassetikett zu versehen. Eine Pflicht zur Etikettierung der Einzelpflanzen darf es nicht geben. Dies auch vor dem Hintergrund der höheren Kosten.

Bisher haben die Baumschulen die Pflanzenpass-Etiketten zusätzlich für Lieferinformationen genutzt: Menge, Qualität und Quartierinformationen (wo stehen die Pflanzen?). Dies muss auch weiterhin möglich sein.

Gemäß den Vorgaben aus den Verordnungen 2014/96/EU, 2014/97/EU, 2014/98/EU (Anbaumaterialverordnung) müssen für Obstgehölze zusätzliche Informationen auf dem Lieferetikett gedruckt werden:

  • "EU-Rechtsvorschriften und –normen"
  • "Sorte mit amtlich anerkannter Beschreibung"
  • Ausstellungsjahr
  • Ausstellungsjahr des Etikettes

Diese Informationen müssen auch auf dem Etikett, auf dem die Anforderungen des Pflanzenpasses umgesetzt werden, gedruckt werden können. Hier hat die EU-Kommission bereits Zustimmung signalisiert.

Der BdB ist zuversichtlich, dass die entsprechenden Gremien in der EU-Kommission auch die weiteren aus der Praxis kommenden Einwände berücksichtigen werden.
Haben Sie Anmerkungen?
Dann rufen Sie den Verfasser an: Niels Sommer, Tel. 030 240869929 oder per Mail: sommer(at)gruen-ist-leben(dot)de

(so)