Neue EU-Düngemittel-Verordnung

Der BdB setzt sich für den Erhalt der umhüllten Langzeitdünger ein!

Mitte März 2016 hat die EU-Kommission einen Entwurf für eine neue Düngemittel-Verordnung veröffentlicht.

Nach dem aktuellen Text müssten die umhüllten Langzeitdünger verboten werden.

Hier setzt sich der BdB im Gesetzgebungsverfahren für den Erhalt der umhüllten Langzeitdünger ein.

Die Vorteile der umhüllten Langzeitdünger liegen auf der Hand:

  • die Nährstofffreisetzung ist dem Bedarf der Pflanzen angepasst
  • die Nährstoffauswaschung ist auf ein Minimum reduziert (siehe unten)
  • der Einsatz ist Anwender freundlich

Die Hülle der meisten Langzeitdünger besteht aus künstlichen Polymeren, die mit der Zeit mikrobiell oder durch UV-Strahlung in Kohlendioxid abgebaut werden.

Die EU-Kommission schlägt nun vor, dass drei Jahre nach Inkrafttreten der neuen EU-Düngemittel-Verordnung für die Ummantelung folgende Regelung gelten soll:

"Die Hülle muss physikalisch und biologisch derart abbaubar sein, dass der überwiegende Teil in Kohlendioxid, Biomasse und Wasser zerfällt." Unter kontrollierten Bedingungen sollen nach höchstens 24 Monaten mindestens 90 % des Gehalts an organischen Kohlenstoff in Kohlendioxid umgewandelt werden.

Nach Rücksprache mit Vertretern der Düngemittel herstellenden Industrie bedeutet dies praktisch das Aus für umhüllte Langzeitdünger.

Zum einen sollen die umhüllten Langzeitdünger bis zu 14 Monaten kontrolliert Nährstoffe abgeben. Auf der anderen Seite sollen bereits 6 Monate später 90 % der Hülle in Kohlendioxid umgewandelt sein.

Wie soll das gehen?

Der BdB fordert vom Gesetzgeber, den aktuellen Vorschlag zur Abbaubarkeit komplett zu streichen.

Alternativ könnten die Anforderungen an die Abbaubarkeit der Praxis angepasst werden.

Die Reduzierung der Nährstoffauswaschung hat derzeit eine besondere Brisanz:

Die EU-Kommission verklagt Deutschland, da die Nitratbelastung in deutschen Gewässern zu hoch ist.

Wörtlich heißt es in einer ZVG-Pressemitteilung dazu:

"Die Nitratrichtlinie, die die EU-Staaten im Jahr 1991 beschlossen haben, hat zum Ziel, die Wasserqualität in Europa zu verbessern, indem die Verunreinigung von Grund – und Oberflächenwasser durch Nitrat aus landwirtschaftlichen Quellen verhindert und der Einsatz beispielhafter landwirtschaftlicher Verfahren gefördert wird. Alle EU-Länder müssen Aktionsprogramme aufstellen, um Nitrat-Verunreinigungen zu verhindern und zu verringern. In Deutschland ist die Düngeverordnung der wesentliche Bestandteil des nationalen Aktionsprogramms zur Umsetzung der Richtlinie.
Da die Europäische Kommission der Auffassung ist, dass die Verunreinigung der Gewässer durch Nitrat auch im Rahmen der laufenden Überarbeitung des nationalen Aktionsprogramms nicht ausreichend angegangen wird, hat sie beschlossen, Deutschland vor dem Gerichtshof der EU zu verklagen."

Der Wegfall umhüllter Langzeitdünger würde die unkontrollierte Auswaschung befördern.

(so)