Die Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung (ADR)

Die Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung (ADR) ist seit vielen Jahren eine feste Größe zur Beurteilung neuer Rosensorten. Rosenzüchter lassen über drei Jahre ihre neuen Sorten durch 13 unabhängige Sichtungsgärten testen. Insbesondere der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel über den gesamten Zeitraum ermöglicht, Sorten mit besonderer Resistenz gegenüber etwaiger Blattkrankheiten zu identifizieren. Die über die gesamte Bundesrepublik Deutschland verteilten Sichtungsgärten spiegeln auch die Klimatoleranz der Sorten wider.

Die ADR wird vom großen Engagement der an der Sichtung beteiligten Institutionen getragen. Vielerorts sind die Prüfflächen der ADR in etablierten gärtnerischen und botanischen Institutionen angesiedelt. Erfahren Sie, welche Standorte dies sind und was die Gärten auszeichnet.
Weitere Informationen und das gesamte ADR-Sortiment können Sie unter www.adr-rose.de finden.

(te / Thomas Lolling)

ADR und Gehölzsichtung: Ein wichtiger Beitrag zur Unterstützung der biologischen Vielfalt

Schmetterlinge fühlen sich magisch von Fliedersorten angezogen (Foto: Spellerberg)

Mehr als nur qualitativ hochwertige Gehölze: ADR und Gehölzsichtung unterstützen die Förderung der biologischen Vielfalt in Produktion und Anwendung

Die deutsche Baumschulwirtschaft schafft mit ihrem fundierten Expertenwissen die Grundlage für ein vielfältiges, gesundes, attraktives und zukunftsfähiges Grün in unseren Gärten, Gemeinden und Parkanlagen. Eine funktionierende und nachhaltige Begrünung unterstützt in vielfältiger Weise die gesellschaftliche Herausforderung  der Förderung der biologischen Vielfalt.

Baumschulen leisten - neben einer aktiven Förderung und Erhaltung der vorhandenen Biodiversität - viel mehr, als nur die reine Produktion von Gehölzen. Sie sind die treibende Kraft einer dynamischen Sortimentsentwicklung.

Verschiedene fruchtbare Sorten der Rispenhortensie waren fester Bestandteil der der Gehölzsichtung. Neben dem Blühverhalten wurde auch die Anziehungskraft für bestäubende Insekten herausgearbeitet (Foto: Spellberg)

Innovationen als Antrieb einer Branche

Mit Wissen und Phantasie werden bessere Sorten gezüchtet, selektiert und produziert. Es bestehen länderübergreifende Netzwerke zum Austausch von Informationen, von Knowhow und Pflanzen mit dem Ziel, zukunfts- und leistungsfähigere Sorten zu schaffen und zu kultivieren. Verwendungsvielfalt, Hinarbeiten auf eine Gehölzanzucht unter veränderten Klima- und Umweltbedingungen und eine nachhaltige Produktion leiten die Planungen in der Baumschulwirtschaft. Die Entwicklung klimaangepasster und gesunder Gehölzsortimente ist in Zeiten des Klimawandels eine wichtige Grundlage für die Schaffung lebenswerter Bedingungen in urbanen Verdichtungsräumen.

Die Vermittlung von Wissen ist mehr denn je gefordert, da private und öffentliche Verwender von Gehölzen in der Einschätzung von Gehölzsortimenten oft nur bedingt über die notwendigen Kenntnisse verfügen. Die Verwender suchen vermehrt nach Antworten auf die Frage, welches Gehölz welche Ansprüche hat und für welche Verwendungssituationen es geeignet ist.

In Printmedien und besonders Online wird eine große Flut an Beschreibungen, Hinweisen und Tipps zu Gehölzen angeboten, deren Informationsgehalt jedoch vielfach fragwürdig ist.

Genau an dieser Stelle setzen die von Gehölzexperten initiierten Arbeitskreise
ADR-Rosenneuheitenprüfung und Bundesgehölzsichtung an.

 

Ehrenamtliches Engagement in der Sichtung von Rosen und anderen Gehölzen

In über elf Prüfgärten in Deutschland werden neue und bewährte Gehölzsortimente auf Ihren tatsächlichen Gartenwert geprüft, bewertet und beschrieben. Die beiden Arbeitskreise bilden ein engmaschiges Netzwerk, das aus Pflanzenexperten der Baumschulwirtschaft, Hochschulen und Versuchsanstalten gebildet wird, das Baumschulwissen schafft, bündelt, bewertet und weitergibt. Ein wesentliches Element ist dabei der Wissenstransfer, der auch direkt vor Ort in den Sichtungsgärten im Rahmen der beruflichen Aus- und Weiterbildung, bei Führungen oder Vorträgen erfolgt.

Der größte Vorteil dieses Netzwerkes besteht allerdings in der sich gegenseitig wertschätzenden Kooperation aller Beteiligten. Dadurch wird die Leistungsfähigkeit der Arbeitskreise gesteigert und der Wissenstransfer verbessert, da alle Beteiligten individuelles Spezialwissen einbringen und weitergeben. Informationen zu beiden Arbeitskreisen sind auf den Webseiten zu ADR (www.adr-rose.de) und Gehölzsichtung (www.gehoelzsichtung.de) verfügbar. Nutzen Sie diesen umfangreichen Informationspool, um die Pflanzenvielfalt besser beurteilen zu können und um Ihr Wissen zu ergänzen.

Erstellt von:  Klaus Körber, Dr. Burkhard Spellerberg, Dr. Andreas Wrede, geändert durch Marius Tegethoff