Sehr gut besucht war die öffentliche Mitgliederversammlung des BdB S-H mit Vertretern aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft. (Foto: Mario J. Wienert, BdB SH)
Als Nachrücker für den ausgeschiedenen Ulf Krohn, Halstenbek, wurde Niels Reinke (links), Rellingen, in den Vorstand des BdB-Landesverbandes SH gewählt und von Axel Huckfeldt (rechts) beglückwünscht. (Foto: Mario J. Wienert, BdB SH)
Dipl.-Ing. Stefan Backauf, Geschäftsführer der Backauf Computer GmbH, Elmshorn/Itzehoe, zeigte betriebliche Lösungen für Probleme bei der der Umstellung von ISDN auf ALL-IP auf. (Foto: Mario J. Wienert, BdB SH)
BdBSH-Vorsitzender Axel Huckfeldt im NDR-Fernsehinterview. (Foto: Martina Schneekloth, BdB SH)
Dr. Frank Schoppa, Geschäftsführer Landesverband Schleswig-Holstein im Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V., Jens Sander (Mitte) und Maren Cordts (rechts), beide von der Firma E. Sander, Tornesch am Messestand von florum auf der Internationalen Pflanzenmesse (IPM) in Essen. (Bildnachweis: GMH/florum)

Mitgliederversammlung des BdB Schleswig-Holstein: Baumschulen ziehen Bilanz für 2016 und präsentieren "florum - Holsteiner Baumschultage 2017"

Sehr gut besucht war die öffentliche Mitgliederversammlung des BdB Schleswig-Holstein am 1. Februar 2017 in Ellerhoop. Im internen Teil der Mitgliederversammlung standen zunächst die satzungsrechtlichen Formalia (u.a. Etat und Wahlen) im Mittelpunkt. Axel Huckfeldt bedankte sich bei Ulf-Heinrich Krohn für die in den vergangenen Jahren im Vorstand geleistete Arbeit. Zu seinem Nachfolger wurde einstimmig Niels Reinke gewählt.

Hauptgeschäftsführer Markus Guhl berichtete aus dem BdB-Bundesverband (Weißbuchprozess 'Grün in der Stadt',  BdB-Wintertagung in Goslar, Seminare und Tagungen mit dem BDLA und der Gartenamtsleiterkonferenz). Das Wissen um die Pflanze soll weiter gestärkt werden. Weitere Kampagnen zur Stärkung von Pflanzen gegenüber Stein und Kies in Gärten sind geplant. Guhl erläutert die Digitalisierung der BdB-Medien und die Entwicklung der neuen BdB-Homepage. Die zertifizierte Markenbaumschule soll weiterentwickelt werden. Guhl ruft dazu auf, Zertifizierungen mehr von der Abnehmerseite zu betrachten, um die Akzeptanz zu erhöhen. Im Pflanzenschutz sind die zonale Zulassung und auslaufende Zulassungen in den nächsten Jahren große Probleme. Nachfolgeprodukte müssen entwickelt werden. Es gibt Kooperationen in diesem Bereich mit den Niederlanden und Belgien.

Dietmar Lortz beleuchtete in einem Impulsreferat die Chancen einer Gemeinschaftslogistik.

Bericht Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Dr. Frank Schoppa berichtet über die Presse und Öffentlichkeitsarbeit im Jahre 2016. Der Ordner mit den Presseveröffentlichungen war im Umlauf. Der Förderverein Kulturlandschaft Pinneberger Baumschulland hilft die Bedeutung der Baumschulen für die Kulturlandschaft hervorzuheben. Partner in Sachen Umweltbildung ist das Deutsche Baumschulmuseum in Pinneberg.

Bericht der Geschäftsführung

Geschäftsführer Dr. Frank Schoppa berichtete u.a. zu TAG „Top Ausbildung Gartenbau“, Sozialversicherungsrechtliche Beratung in Sachen SVLFG beim Gartenbauverband Nord in Hamburg, Kassensysteme (Übergangsfrist endete am 31.12.2016), Pflanzenschutz (Fortbildung, -Abgabe, Lobbyarbeit), Mindestlohn und Tarifverträge sowie über Rahmenverträge für Mitgliedsunternehmen (neu: Engelbert Strauss).

Marktlage: Rückblick 2016 und Perspektiven für 2017

Huckfeldt sprach ausdrücklich von keiner Krise und resümierte die Marktlage wie folgt „Die Nachfrage schwankt, ist aber immer vorhanden. Unser Produkt ist für eine lebenswerte Umwelt unverzichtbar.  Mit weiterer Verdichtung der urbanen Lebensräume wird die Bedeutung unserer Pflanzen für den Menschen auch noch weiter steigen. Nur leider ist diese Erkenntnis noch nicht zu allen Städteplanern und -verwaltern durchgedrungen. Angesichts meist klammer kommunaler Kassen wird immer beim letzten Gewerk gespart und das ist nun mal das Grün. Die Nachfrage ist das eine, das andere ist der Preis. Es ist unbestritten: wir bekommen seit Jahren viel zu wenig Geld für unser Produkt… Der Preis regelt sich nach Angebot und Nachfrage. Die Nachfrage ist vorhanden, schwankend und auf niedrigem Niveau.“ Kurz zusammengefasst war sein Statement am Abend im NDR-Fernsehen im Schleswig-Holstein Magazin zu sehen.

Nach den Branchentreffen Anfang Januar bei der BdB-Wintertagung in Goslar und letzte Woche auf der Internationalen Pflanzenmesse (IPM) wagte Huckfeldt eine leicht optimistische Zukunftsprognose für 2017: „Ich habe das Gefühl, dass die Anbaumengen unter dem Eindruck der aktuell schwierigen Marktverhältnisse bundesweit und gerade außerhalb der Anbaugebiete zurück gehen. Dies bedeutet, dass die Produktion in die Anbaugebiete zurückkehrt, weil hier die besseren Bedingungen herrschen. Als Holsteiner Baumschuler sind wir gefordert im harten Wettbewerb zu bestehen. Schlechte Zeiten sind gute Zeiten für gute Manager. Ein guter Gärtner zu sein reicht da nicht! Deshalb starten wir 2017 eine neue Holsteiner Gebietswerbung: die florum – Holsteiner Baumschultage. Mit dieser bundesweit einmaligen Kombination aus Tagen der offenen Tür und einer zweitägigen Vortragsveranstaltung wollen wir das Interesse unserer Kundengruppen wieder nach Holstein lenken und hoffen auf einige tausend auswärtige Besucher. Lassen Sie uns also wuchern mit unseren Pfunden und uns gemeinsam rüsten: mit unserer einzigartigen Grünen Kompetenz im Pinneberger Baumschulland. Dies möchten wir mit unseren Holsteiner Baumschultagen transportieren.“

Aus der aktuellen Arbeit des BdB Schleswig-Holstein

Vorsitzender Huckfeldt berichtete zu den aktuellen Handlungsfeldern des Verbandes:

  • Landesgartenschau Eutin 2016: Aktive Beteiligung u.a. im Grünen Infotreff für Besucher und im Küchengarten mit Ausstellungsbereich Obstgehölze. Infoveranstaltung für Kommunen: „Wie geht eigentlich Landesgartenschau“. Einsatz für die Fortsetzung von Landesgartenschauen.
  • Pflanzenschutz und Vorsorge: Einsatz für die Weiterführung der Beratungskapazität beim Pflanzenschutzdienst durch Ministerschreiben und Spitzengespräch mit der LWK SH. - Gefordert und durchgesetzt: Beteiligung des Gartenbaues an der Anhörung zum Gutachten „Steuern auf Pflanzenschutzmittel“, Vortrag der ablehnenden Gründe: Keine Steuerungsfunktion, Wettbewerbsverzerrung, Sonderkulturen nicht berücksichtigt.
  • Spürhundeteam für EU-Quarantäneschädlinge
  • Ausbau der Verbandsleistungen für Mitglieder: Sozialversicherungsrechtliche Beratung
  • Rahmenvereinbarungen, u.a. mit Engelbert Strauss
  • Infoveranstaltung 2016: Anforderungen an digitale Kassensysteme
  • EU-EIP Innovationsprojekte: Thermische Bodenbehandlung als Alternative zum chemischen Bodenentseuchung; Klimawandelbäume – Neue Baumsortimente für Städte
  • Ausbildung, Nachwuchswerbung: Berufsmessen in Horst, Elmshorn und Uetersen
  • Top Ausbildung Gartenbau (TAG) gestartet (SH, HH, MV)
  • Förderverein Kulturlandschaft PI Baumschulland: Gemeinnütziges Netzwerk in der 
  • Region: Baumpark Pinneberg aus Bäumen des Jahres erstellt
  • Veranstaltungsreihe „Kulturlandschaft erleben!“: Schloßpark Haseldorf, Gründächer u.a.
  • Leitprojekt der Metropolregion HH: „KulturLandschaftsRouten“ initiiert und gestartet
  • Kooperation mit dem Deutschen Baumschulmuseum: "Obstbaum sucht Schule“:
  • Umweltbildungsangebote für Kindergärten und Schulen

Huckfeldt verwies auf die einzelbetriebliche Beratung, zum Beispiel in den Themenbereichen Arbeits- und Tarifrecht, Bau- und Umweltrecht sowie Betriebsnachfolge.

Peter Levsen Johannsen, Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer S-H ging auf die Probleme in der Agrarwirtschaft in der EU ein. Das Russland-Embargo stelle weiterhin ein großes Hemmnis dar. Johannsen rief zu ständigem Engagement in der Berufsausbildung auf. Johannsen verwies auf die gemeinsamen Initiativen der Kammer und der Berufsverbände in diesem Bereich. Im Bereich des EU-Projektes EIP rief Johannsen zu weiteren Anstrengungen für weitere Projekte auf.

Andreas Lohff, Präsident des Gartenbauverband Nord (GVN) e. V. überbrachte die Grüße des BdB-Kooperationspartners. Er rief zu weiterem Engagement für Landesgartenschauen auf. Der Unterstützung des Ministerpräsidenten sei man sich gewiss. Die städtebauliche Entwicklung stärke die veranstaltenden Kommunen. Lohff bestätigte, dass der Gartenbauverband Nord und der Wirtschaftsverband Gartenbau Niedersachsen eine Verschmelzung anstreben. Die Kooperation mit dem BdB Schleswig-Holstein bleibe vollumfänglich erhalten.

Umstellung des Telefonnetzes auf digitale Technik (VoIP) – was muss ich als Baumschulbetrieb beachten?“

Dipl.-Ing. Stefan Backauf, Geschäftsführer der Backauf Computer GmbH, Elmshorn: Bis Ende 2018 werden ca. 4,5 Mio. gewerbliche Telefonanschlüsse von ISDN auf digitale ALL-IP-Technik umgestellt. Vorhandene Anschlüsse werden durch die Provider gekündigt. Durch die Umstellung ist die Nutzbarkeit vorhandener Kommunikationssysteme gefährdet. Backauf zeigte auf, was dies für einen modernen Baumschulbetrieb für Risiken beinhalten kann. Denn neben der Telefonie sind Hausnotruf- und Alarmanlagen sowie Faxgeräte betroffen. Backauf zeigte Lösungen auf, um rechtzeitig Störungen abzuwenden und die Funktionsfähigkeit technischer Anlagen zu gewährleisten.

Die Holsteiner Baumschulen laden ein: „florum – Holsteiner Baumschultage“ vom 16. - 25. August 2017

Grüne Fachtagung und Tage der Offenen Tür im Holsteiner Baumschulgebiet: Vom 16. bis 25. August 2017 wird das Pinneberger Baumschulland zum Treffpunkt der Grünen Branche: Baumschuler, Garten- und Landschaftsbau, Planer, Kommunen, Facheinzelhandel /Gartencenter) sowie der Systemhandel (Baumärkte) aus dem deutschspracheigen Raum (D, A, CH). Es werden ca. 5.000 Fachbesucher erwartet. Im Mittelpunkt der Fachmesse steht eine Grüne Fachtagung und Tage der Offenen Tür in den teilnehmenden Baumschulen.

Mit mehr Wissen zum Erfolg! Aktuelle Fragen, Problemstellungen und Lösungen rund um die Pflanze werden behandelt von namhaften Referenten. Demonstrationen und Fachführungen ergänzen das Programm. Verknüpfen Sie einfach Wissenszugewinn und Betriebsbesuche. Denn rund 75 moderne Baumschulbetriebe öffnen für Sie ihre Türen. Entdecken Sie die Leistungskraft der Holsteiner Gehölzproduzenten mit ca. 4.000 ha Anbaufläche und 300 Betrieben in der Region. Gleichzeitig bietet das Holsteiner Anbaugebiet den Besuchern optimale Voraussetzungen für einen intensiven Erfahrungs- und Informationsaustausch.

(Text: LV S-H)