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30.01.2018

Jährliche Generalversammlung der ENA in Essen

Wie in jedem Jahr, kam auch 2018 anlässlich der Internationalen Pflanzenmesse in Essen der Europäische Baumschulverband ENA zu seiner Generalversammlung zusammen.


Die ENA ist der europäische Dachverband der Baumschulbranche. In ihm sind 20 Nationen vereint.

Phytosanitäre Standards

Neben der Verabschiedung des Haushaltes und organisatorischer Fragen standen vor allem Branchenthemen im Vordergrund. Allen voran ging es natürlich um das Ausmaß und den Umgang mit dem Quarantäneschädiger Xylella fastidiosa sowie den Schlussfolgerungen, die die Baumschulwirtschaft in Europa daraus ziehen muss. Alle Ländervertreter waren sich einig, dass beim internationalen Handel mit Gehölzen höchste phytosanitäre Standards eingehalten werden müssen. Gleichwohl sprachen sich alle Delegierten dafür aus, die Befallszonen genau zu beachten, nicht jedoch ganze Länder vom grenzüberschreitenden Markt mit Baumschulwaren auszuschließen.

Es wurde allerdings auch deutlich, dass einige Länder darüber nachdenken, sehr strikte Importmaßnahmen in die Wege zu leiten, was jedoch nicht dazu führen darf, dass der Gehölzmarkt in einzelnen EU-Staaten abgeschottet wird. Diese Entwicklung gilt es, insbesondere aus Sicht der deutschen Delegierten, mit wachsamen Augen zu verfolgen.

Nachhaltigkeit in der Produktion

Ein weiteres wichtiges Thema war die Nachhaltigkeit der Produktion. Nicht nur wegen sich verschärfender gesetzlicher Regelungen in Bezug auf die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln, sondern vor allem im Hinblick auf die Anforderungen des Handels diskutierte man in Essen über sinnvolle Standards der Nachhaltigkeit in der Branche. Einig war man sich, dass es keinen Nachhaltigkeitsstandard in Form eines Zertifikates durch die ENA geben soll. Grund dafür ist, dass bereits diverse Zertifizierungen am Markt vorhanden sind, denen sich die Betriebe je nach Kundenwunsch unterwerfen können.

Invasive Arten

Besonders zufrieden zeigte man sich über die Evaluierung durch die EU-Kommission in Bezug auf die Liste invasiver Arten. Die Lobbyaktivitäten der ENA mit anderen europäischen Partnern haben sicherlich dazu beigetragen, dass im Jahr 2018 die Liste invasiver Arten nicht ausgeweitet wird, sondern die EU-Kommission über eine Modifizierung des Verfahrens nachdenkt.

Grüne Infrastruktur in den Städten

Ein wichtiges Anliegen der ENA, nämlich für grüne Infrastruktur in den Städten zu sorgen, wird in den nächsten drei Jahren durch eine Kampagne zur Förderung grüner Städte, an der sich sieben ENA-Länder beteiligen, hervorgehoben. Auch der Bund deutscher Baumschulen wird daher in den kommenden Jahren an kommunale Entscheider, Gartenlandschaftsbauer und Landschaftsarchitekten herantreten, um deren Bewusstsein für Gehölze und deren standortgerechte Verwendung zu stärken.

ENA-Empfang

Bereits am Vorabend konnte der BdB gemeinsam mit der ENA und der Messe Essen zum traditionellen europäischen Baumschulempfang am Stand des BdB einladen. Ehrengast war die Deutsche Baumkönigin 2018, Anne Köhler, die in diesem Jahr die Esskastanie als Baum des Jahres repräsentiert. An dem bestens besuchten Empfang, zu dem Baumschuler aus allen Teilen Europas angereist waren, wurden bei Bier und Currywurst vielfältige Kollegengespräche geführt, so dass die europäische Baumschulwirtschaft auch zwischenmenschlich weiter zusammenwachsen kann.

Die Sommertagung des Europäischen Baumschulverbandes wird in diesem Jahr in Großbritannien stattfinden.

(gu)