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28.06.2017

Gebietseigene Gehölze: ZgG-Teilnehmer trafen sich im Sauerland

Knapp 20 Vertreter der mittlerweile 75 ZgG-Teilnehmer trafen sich zu einem Gedankenaustausch und zu Beratungen. Die Zertifizierungsgemeinschaft gebietseigene Gehölze (ZgG) ist derzeit das einzige bundesweite Zertifizierungssystem für die Produktion und den Handel gebietseigener Gehölze.


Ein Gruppenfoto der ZgG-Mitglieder.

Die Versuchsflächen des Lehr- und Versuchsforstamts in Arnsberg werden begutachtet.

Es wurde intensiv beraten. (Alle Fotos: BdB)

Da die Umsetzung des Bundesnaturschutzgesetzes im Bereich der gebietseigenen Gehölze bis zum Jahr 2020 in den Bundesländern erfolgen soll und in jedem Bundesland die Umsetzung unterschiedlich verläuft, ist der ZgG daran gelegen, auf eine bundesweit einheitliche Umsetzung hinzuarbeiten.

Es ist sehr bezeichnend: Seit 2009 gilt das BNatSchG. Bis zum 30. März 2020 haben die Wirtschaft und die Bundesländer eine Übergangsfrist bekommen, um die wirtschaftlichen Belange auf die Anforderungen einzustellen. Der BdB hat seine Hausaufgaben mit der Gründung der ZgG gemacht.

Engagement der Bundesländer

Von den 16 Bundesländern allerdings haben lediglich sechs eigene Regeln festgelegt, die sich auch noch unterscheiden. Mindestens acht Bundesländer haben sich scheinbar noch nicht mit der Thematik befasst, so das Ergebnis einer Umfrage. Hierzu gehören auch die Bundesländer mit den meisten Baumschulen: Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Es überrascht, dass diese Bundesländer – beide mit grüner Regierungsbeteiligung – sich nicht an der Umfrage beteiligt haben, auch nicht auf mehrfache Nachfrage.

Die ZgG-Sommersitzung fand nahe Arnsberg im Sauerland statt. Nordrhein-Westfalen hat Regelungen zur Umsetzung des Bundesnaturschutzgesetzes erarbeitet, die den ZgG-Teilnehmern vorgestellt und in dieser Runde beraten wurden. Insgesamt bewerteten die ZgG-Teilnehmer die Regelungen in Nordrhein-Westfahlen als äußerst praxisnah und einfach umsetzbar.

Direkt vor Ort wurde das Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberger Wald des Landesbetriebes Wald und Forsten in Arnsberg besichtigt.

Inhaltlich diskutierten die Teilnehmer Vorschläge, wie eine bundesweit einheitliche Umsetzung des BNatSchG im Bereich gebietseigener Gehölze erfolgen könnte.

Aktuell steht der Vorschlag eines bundesweit gültigen Verordnungsentwurfes im Raum, der mit der Novellierung des BNatSchG gefordert werden soll.

Die ZgG-Teilnehmer erwarten diese bundesweit einheitliche Lösung, damit nicht nur die Produzenten und der Handel es einfacher haben. Besonders auf Abnehmerseite bestehen erhebliche Irritationen, die von Seiten der zuständigen Institutionen (Bundes- und Landesministerien, Bundes- und Landesbehörde) gelöst werden müssen.

Gemeinsame Handelsplattform

Des Weiteren wurde über eine gemeinsame Handelsplattform beraten, auf der alle ZgG-Teilnehmer untereinander gebietseigene Gehölze handeln und austauschen können. Dies wird neben einer bundesweit gültigen und einheitlichen Zertifizierung als wesentlicher Vorteil der ZgG-Teilnahme erkannt.

Weitere Themen waren Mengen- und Bestandsmeldungen, das Marketing sowie weitere politische Forderungen. Die Beschlüsse hierzu werden in Kürze veröffentlicht.

(so)