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27.03.2017

BdB-Rechtshotline: Interview mit Matthias W. Kroll

Seit 1. März 2017 bietet der BdB seinen Mitgliedern den neuen Service einer Rechtshotline an. Grün online befragte dazu Matthias W. Kroll, Rechtanwalt der Kanzlei Dr. Nietsch & Kroll, der den Verband betreut.


Matthias W. Kroll, LL.M., ACIArb ist seit 2000 als Rechtsanwalt zugelassen und Sozius der Hamburger Kanzlei D. Nietsch & Kroll Rechtsanwälte.

Grün online: Herr Kroll, wie sind Ihre ersten Erfahrungen, knapp einen Monat nach Start unserer Rechtshotline?

Kroll: Bereits am ersten Tag hatten wir die erste Anfrage. Und auch im weiteren Verlauf ist die Rechtshotline sehr gut angenommen worden. Das ist insofern überraschend, da ein solches Angebot erfahrungsgemäß erst einmal bekannt werden muss. Aber es ist hier sicher noch "Luft nach oben" und meine Kollegen Dr. Wendt, zur Nieden, ter Fehr und ich sind gut aufgestellt, um einer künftig noch höheren Anzahl von Anfragen gerecht werden zu können.

Grün online: Es gibt vereinzelt die Skepsis, dass nur eine Kanzlei, die auf landwirtschaftliches Recht spezialisiert ist, wirklich kompetent sein könne. Sie sehen das sicher anders, oder?

Kroll: Das sehe ich in der Tat anders, wie auch die ersten Anfragen gezeigt haben. Es wäre meines Erachtens sogar eher schwierig, wenn man einen Spezialisten für Agrar- und Landwirtschaftsrecht mit einer solchen Hotline beauftragen würde. Letztlich geht es um eine Vielzahl von unterschiedlichen wirtschaftsrechtlichen Fragestellungen im operativen Geschäft eines Unternehmens. Sicherlich spielen dabei auch mal Spezialfragen aus der Branche eine Rolle. Aber ganz überwiegend geht es um diejenigen Themen, die eine im Wirtschafts- und Arbeitsrecht spezialisierte Kanzlei beraten kann. Und das macht unsere Kanzlei seit Anfang der 1970er Jahre.

Grün online: Unterscheiden sich die Fragen der Baumschuler von anderen Unternehmern?

Kroll: Bei den ersten Anfragen ging es etwa um arbeitsrechtliche und wettbewerbsrechtliche Fragen, wie z. B. der Abbau von Überstunden oder die Frage, wie man sich bei Abmahnungen aufgrund von Verstößen gegen Marken- und Kennzeichnungsrechte verhalten soll. Aber auch öffentlich-rechtliche Fragestellungen, wie etwa die Geltendmachung von Ansprüchen aufgrund von Kundenschwund wegen erheblicher Geruchsbelästigungen durch ein angrenzendes städtisches Grundstück waren die Themen. Wie Sie erkennen können, sind dies nicht unbedingt Spezialfragen, die allein nur Baumschuler betreffen. Sicherlich sind bei der Beratung auch spezielle Aspekte zu berücksichtigen, wie die Tatsache, dass bei den Mitgliedern vielfach mit Saisonkräften gearbeitet wird und dies hat natürlich andere arbeitsrechtliche Konsequenzen. Im Großen und Ganzen zeigt sich aber bisher, dass überwiegend allgemeine wirtschaftsrechtliche Fragen an uns herangetragen worden sind, die sich nicht wesentlich von denen anderer Unternehmen unterscheiden.

Grün online: Welche kostenlosen Leistungen für BdB-Mitglieder bieten Sie an? Wie bewältigen Sie das von Hamburg aus; richtet sich die die Hotline doch an die Baumschuler in ganz Deutschland.

Kroll: Wirtschaftsrechtliche Fragestellungen sind aufgrund der Gesetzeslage in ganz Deutschland gleichartig zu beurteilen. Nur im öffentlichen Recht mag es gegebenenfalls so sein, dass landesrechtliche Regelungen zu berücksichtigen sind. Für uns ist es "täglich Brot", Mandaten aus ganz Deutschland zu betreuen. Oftmals bedarf es eines persönlichen Treffens gar nicht. Die Kommunikation ist heute über Internet, Telefon etc. problemlos zu bewältigen. Und wenn es doch erforderlich ist, setzen wir uns ins Auto und besuchen den Mandanten.
Zu den Leistungen, die wir im Rahmen der Vereinbarung mit dem BdB für die Mitglieder kostenfrei anbieten: Die Mitglieder können sich regelmäßig außergerichtlich in allen rechtlichen Angelegenheiten (insbesondere arbeitsrechtliche, gesellschaftsrechtliche, wettbewerbsrechtliche, haftungsrechtliche, baurechtliche, versicherungsrechtliche Fragestellungen sowie sämtliche zivilrechtliche Fragestellungen einschließlich Vertragsrecht, Nachbarrecht etc.) von uns beraten lassen. Die Beratung der Mitglieder erfolgt im Rahmen einer "Rechtshotline", die von Mitgliedern des Verbandes jederzeit und so oft wie nötig telefonisch in Anspruch genommen werden kann. In einfach gelagerten Fällen erfolgt darüber hinaus bei Bedarf auch eine außergerichtliche Vertretung der Mitglieder nach außen, etwa im Zusammenhang mit dem Forderungseinzug/Inkasso von Forderungen der Mitglieder gegenüber Geschäftspartnern oder etwa im Falle von wettbewerbsrechtlichen Abmahnungen.

Grün online: Werden wir Sie häufiger auf BdB-Veranstaltungen erleben und in unseren internen Newslettern?

Kroll: Selbstverständlich wird sich die Kanzlei Dr. Nietsch & Kroll Rechtsanwälte auf den BdB–Veranstaltungen engagieren. Wir werden versuchen, Ihnen praxisrelevante Rechtsthemen interessant vorzustellen. Dazu werden wir uns auch regelmäßig mit Herrn Guhl und seinem Team abstimmen. Sollten die Mitglieder konkrete Themenwünsche für Impulsvorträge und Seminare haben, freuen wir uns über eine Kontaktaufnahme. Es ist weiterhin geplant, dass wir in den Newslettern regelmäßig von aktuellen rechtlichen Entwicklungen berichten, die für die Mitglieder von Interesse sein könnten.

Grün online: Was verbindet Sie über unsere berufliche Zusammenarbeit mit der Branche?

Kroll: Die große Klammer ist denke ich die Liebe zur Natur: Ich bin selbst sowohl begeisterter Segler, als auch als Bergsteiger aktiv, soweit es die Zeit zulässt.

Grün online: Vielen Dank, Herr Kroll.

Matthias W. Kroll, LL.M., ACIArb ist seit 2000 als Rechtsanwalt zugelassen und Sozius der Hamburger Kanzlei D. Nietsch & Kroll Rechtsanwälte. Herr Kroll hat in Hamburg und Münster Rechtswissenschaften studiert, ist Fachanwalt für Arbeitsrecht und Fachanwalt für Versicherungsrecht, Master of Insurance Law sowie Associate of the Chartered Institute of Arbitrators in London. Er berät und vertritt regelmäßig kleine und mittlere Unternehmen in wirtschaftsrechtlichen Fragestellungen außergerichtlich und in Verfahren vor staatlichen Gerichten und Schiedsgerichten sowie in Wirtschaftsmediationen. Er ist bundesweit als Referent für zahlreiche Verbände und Kammern tätig. Seit 2012 ist er Mitglied des Vorstandes des Hanseatischen GmbH – Geschäftsführer Verbandes e.V. in Hamburg.

Dr. Nietsch & Kroll Rechtsanwälte ist eine wirtschaftsrechtlich ausgerichtete Anwaltskanzlei in Hamburg, die Anfang der 1970er – Jahre von dem Seniorpartner Dr. Otto Nietsch gegründet wurde und derzeit mit sieben Rechtsanwälten bundesweit tätig ist (www.nkr-hamburg.de).