< Vorheriger Artikel
21.06.2016

ENA-Generalsekretäre treffen sich in Brüssel


Quarantäneschädiger, invasive Arten und Pflanzenschutz standen unter anderem auf der Tagesordnung des regulären Frühjahrstreffens der Generalsekretäre der ENA (European Nurserystock Association) in Brüssel. Für den BdB nahm Hauptgeschäftsführer Markus Guhl daran teil.

Die Sitzung unter Leitung von ENA-Präsident Tim Edwards (Großbritannien) und ENA-Generalsekretär Josep M. Pagès (Spanien) stand ganz im Zeichen der phytosanitären Herausforderungen. Aus Italien wurde der aktuelle Sachstand in Bezug auf das Feuerbakterium Xylella fastidiosa berichtet. Die eingerichtete Quarantänezone im Süden Italiens garantiere weitgehend die Nichtverbreitung des Schaderregers. Gleichwohl stuften die übrigen ENA-Mitglieder die Gefahr der Einschleppung dieses Schaderregers als sehr hoch ein. Hiesige Behörden und Baumschulen müssten sehr wachsam bei der Einführung von Gehölzen sein.

Aus Deutschland wurde einmal mehr die Notwendigkeit des Entschädigungsfonds betont. Hauptgeschäftsführer Guhl schilderte vor diesem Hintergrund die Bemühungen des BdB auf nationaler Ebene, einen Fonds einzurichten, der sich hälftig aus EU-Geldern und nationalen Mitteln speist. Die übrigen ENA-Mitglieder sahen dies als Vorbild für das Vorgehen in den anderen EU-Staaten.

Intensiv wurde die Entwurfsliste der invasiven Arten, die von Seiten der EU-Behörden erstellt wurde, diskutiert. Man war sich einig darüber, dass die aktuelle Liste gegenüber den Vorentwürfen weit weniger problematisch sei. Im Gegensatz zu dieser „entschärften“ Liste äußerten verschiedene ENA-Vertreter die Sorge über die Einbringung weiterer Arten durch nationale Behörden, die dann von der EU zu bewerten seien. Aufgrund der Intransparenz des Bewertungsverfahrens sei es zum jetzigen Zeitpunkt schwierig, die Weiterentwicklung von EU-weiten oder nationalen Listen invasiver Arten zu bewerten. Hier müsse der Berufsstand wachsam sein.

Zum Abschluss dieser Thematik referierte ein Vertreter der EU-Kommission über den nun abgeschlossenen Gesetzgebungsprozess in Bezug auf die Pflanzengesundheitsrichtlinie.

Weitere Themen des Treffens war der im letzten Monat erfolgte Förderantrag von acht ENA-Mitgliedsländern bei der EU-Kommission in Bezug auf ein gemeinsames Marketing-Projekt "Grüne Stadt – Green city". Eine Entscheidung der EU-Kommission wird für den Herbst erwartet. Ebenso wurde die ENA-Sommertagung im Juni in Bulgarien vorbereitet. Für Deutschland konnte Hauptgeschäftsführer Guhl Jan-Dieter Bruns (Geschäftsführer Bruns Pflanzen-Export GmbH & Co. KG in Bad Zwischenahn und Vorsitzender des BdB-Ausschusses "Außenhandel") für den Posten als ENA-Vizepräsident nominieren.

(gu)