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15.03.2016

Gemeinsam für die grüne Branche: Erste Präsidiumssitzung von BGL, BdB und bdla

Die Präsidien des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. (BGL), des Bundes deutscher Baumschulen (BdB) e.V. und des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla) haben sich Anfang März in Berlin zu einer Sitzung getroffen. Erklärtes Ziel war es, die zukünftige Ausrichtung der Arbeit der drei grünen Verbände in verschiedenen wichtigen verbandspolitischen Themenfeldern, wie z. B. in der Pflanzen-verwendung, dem Weißbuch-Prozess und der Hochschulbildung, zu diskutieren und gemeinsame Positionen zu definieren. BGL-Präsident August Forster zeigte sich erfreut über die Ergebnisse der Gespräche: "Die Sitzung war von einem gemeinschaftlichen Geist und einer echten Aufbruchstimmung geprägt. Alle drei Verbände möchten die Chance nutzen, in allen wichtigen verbandspolitischen Arbeitsfeldern tragfähige Lösungen für die grüne Branche zu entwickeln."


Positionspapier zur Pflanzenverwendung in Vorbereitung
So vereinbarten die Präsidien für das Arbeitsfeld Pflanzenverwendung die Veröffentlichung eines Positionspapiers zur Verwendung von Gehölzen in der Stadt. "Begrünungskonzepte für die Stadt der Zukunft sind ein Aspekt, der mit steigendem Interesse in der Fachwelt thematisiert wird. Nach Jahrzehnten, in denen man sich dem öffentlichen Raum eher architektonisch bis pflanzennegierend genähert hat, werden in den letzten Jahren wieder pflanzenorientierte Ziele deutlich", so bdla-Präsident Till Rehwaldt.

Swantje Duthweiler, Landschaftsarchitektin bdla und Professorin für Pflanzenverwendung an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, hob hervor: "Neue Leitbilder, die sich oft an naturlandschaftlichen oder kulturlandschaftlichen Eindrücken orientieren, bilden Kontraste zu minimalistischer Architektur und Landschaftsarchitektur. Doch während man auf der einen Seite über mehr Grün in der Stadt diskutiert, gibt es auf der anderen Seite immer neue Probleme und Fragestellungen um Pflanzsortimente und Pflanzungen in der Stadt." Die Entwicklungen sind hier derzeit so tiefgehend und stets im Wandel, dass Weiterbildung und Austausch immer bedeutungsvoller werden. Vor diesem Hintergrund bekräftigten die Präsidien von BGL und BdB ihre Unterstützung der vom bdla initiierten Fortbildungsveranstaltung für Landschaftsarchitekten und benachbarte Berufsgruppen im Frühjahr 2017.


Stellungnahme zum Weißbuch-Prozess wird erarbeitet
Neben der Intensivierung der Zusammenarbeit bei der Pflanzenverwendung beschlossen die drei Präsidien, auch den aktuell laufenden Weißbuch-Prozess zum Thema Stadtgrün weiter aktiv zu begleiten. Nach Auffassung der drei Verbände wird mit diesem politischen Prozess eine neue Epoche der Stadtentwicklungspolitik eingeläutet. Damit auch die Aspekte der grünen Branche berücksichtigt werden, ist eine gemeinsame Stellungnahme in Arbeit. "Die gesundheitlichen, sozialen, integrativen und ökonomischen Wohlfahrtswirkungen des Stadtgrüns sind einzigartig. Hervorzuheben sind hier die Anpassungsfähigkeit im Klimawandel, die Unterstützung der Biodiversität, die Gestaltungsqualität und Baukultur in der Stadt. Aufgrund dieser vielfältigen positiven Leistungen muss Stadtgrün künftig eine angemessene Würdigung erfahren", erklärte BdB-Präsident Helmut Selders.


Mehr Praxisbezug in den Studiengängen Landschaftsarchitektur und Landschaftsbau
Auch im Bereich der Hochschulbildung – hier speziell bei den Praxisanteilen in den Studiengängen Landschaftsarchitektur und Landschaftsbau – sehen die drei Verbände Verbesserungspotential. "Eine reibungslose und erfolgreiche Integration von Hochschul-absolventen in Betriebe und Büros kann nur gelingen, wenn die Studiengänge der Landschafts-architektur und des Landschaftsbaus entsprechende Praxisanteile aufweisen. Aus diesem Grund möchten wir bei diesem so wichtigen Thema in den Dialog mit den Hochschulen und Universitäten treten", erklärte Erich Hiller, BGL-Vizepräsident und Vorsitzender des BGL-Ausschusses Berufsbildung, der in diesem Zusammenhang auf ein in Vorbereitung befindliches Positionspapier der drei Verbände verweist.

Abschließend wurde vereinbart, die Zusammenarbeit auch in der politischen Ansprache in Berlin enger zu verzahnen. Hierzu zählt u.a. die Fortführung der erfolgreich durchgeführten parlamentarischen Veranstaltungen zum Thema Stadtgrün. Darüber hinaus wird es einen regelmäßigen Austausch auf Ebene der Präsidien und der Geschäftsführer geben.