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10.02.2016

Leseprobe Pressetext: Tipps zum Frühjahr Bäume und Sträucher richtig pflanzen

Bevor in einer Baumschule Gehölze für den Verkauf ausgewählt werden, haben sie mehrere Jahre Aufzucht hinter sich. Dabei pflanzen die Profis ihre Schützlinge zur Förderung des Wurzelwachstums immer wieder um. Diese Methode nennt man „verschulen“, woraus der Begriff „Baumschule“ entstand.


Foto: BdB - Beim sogenannten Verschulen verpflanzen Baumschulgärtner ihre Gehölze immer wieder. Aufgrund ihrer Erfharung beraten die Profis kompetent zur Auswahl und Pflanzung von Bäumen und Sträuchern.

Bäume und Sträucher richtig zu pflanzen, gehört demnach zu den wichtigsten Fertigkeiten eines Baumschulgärtners. „Eine Pflanze kann sich aus eigener Kraft nicht wie andere Lebewesen von der Stelle bewegen – was im ersten Moment banal klingen mag, verdeutlicht, wie entscheidend die Auswahl eines geeigneten Standortes ist“, erklärt Markus Bormann, Inhaber vom gleichnamigen Pflanzenhandel und Baumschulbetrieb in Bad Liebenwerda / Oschätzchen und Mitglied im Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V. „Besonders bei Besitzern kleiner Gärten empfehle ich, vorab zu klären, an welcher Stelle genug Platz für einen großen Baum ist und wo sich Sträucher optimal entfalten können.“ Um Fehlkäufe zu vermeiden, ist es ratsam, den Garten auszumessen und Fotos in die Baumschule mitzubringen. So lässt sich mit den Experten herausfinden, welche Pflanzen sich gut in die vorhandene Bepflanzung integrieren lassen.

Ausheben, pflanzen, wässern

Da die meisten Gehölze in Pflanzgefäßen, sogenannten Containern, angeboten werden, ist es prinzipiell zu jeder Jahreszeit möglich, neue Gehölze zu pflanzen – solange der Boden nicht gefroren ist. Bormann: „Das Pflanzloch am besten so ausheben, dass es doppelt so breit und etwas tiefer im Vergleich zum Wurzelballen ist. Den Boden des Lochs mit frischer Pflanzerde bedecken und den Aushub mit Substrat mischen.“ Nun kann der Baum oder Strauch hineingesetzt und um ihn herum die Erde eingefüllt werden. Die Pflanze sollte nicht zu tief in der Erde sitzen. Bei Obstbäumen ist es wichtig, dass die Veredelungsstelle noch sichtbar ist. „Die Erde mit den Füßen leicht festdrücken und rund um die Pflanzstelle einen wenige Zentimeter hohen Gießring formen. Das erleichtert das Angießen.“ Jetzt im Frühjahr haben frisch gepflanzte Gehölze einen hohen Wasserbedarf und sollten daher einmal intensiv bewässert und danach regelmäßig feucht gehalten werden. Bäume wachsen besser an, wenn ihnen in den ersten drei Jahren ein Pfahl Halt gibt. Dieser wird so im Boden befestigt, dass der Baum bei Wind nicht gegen den Pfahl gedrückt wird. Zum Anbinden des Stamms gibt es spezielle Materialien, die der Rinde keinen Schaden zufügen – zum Beispiel weiche Kokosfasern.

Pflanzenauswahl

Bei der Standortwahl ist zu beachten, wie viel Feuchtigkeit, Sonnenlicht und welche Bodenbeschaffenheit die Pflanze braucht. Unterhalb der Erde wird sie sich in der Regel etwa genauso groß ausbreiten wie oberhalb. Zu wissen, wie sich eine Baumart entwickelt, wie hoch und wie breit sie wird, ist entscheidend für eine nachhaltige Gartenbepflanzung. So lässt sich der richtige Abstand zu angrenzenden Gebäuden, Grundstücksgrenzen und zu anderen Gehölzen einhalten. Auch hier hilft der Rat eines Baumschulgärtners. „Wer Bäume und Sträucher pflanzt, möchte möglichst viele Jahre Freude daran haben. Mit der passenden Pflanzenauswahl für verschiedenen Bereiche wird der Garten von Saison zu Saison wachsen und immer attraktiver werden“, so Bormann.

Abwechslung im Garten

Baumschulen bieten ein breites Sortiment unterschiedlicher Gehölze, Immergrüne und Laubabwerfende, Pflanzen, die zu verschiedenen Jahreszeiten blühen oder interessante Wuchsformen und Rinden bilden. Die Auswahl ist groß und trotzdem gibt es eine überschaubare Anzahl an Pflanzen, die in sehr vielen Gärten wachsen. „Bei gängigen Pflanzenarten und -sorten wissen die meisten Gartenbesitzer, wie sie zu pflegen sind und wie man sie untereinander kombinieren kann. Wir empfehlen unseren Kunden jedoch, dass Sie das Bekannte in ihrem Garten wenigstens mit einer Pflanze kombinieren, die nicht so häufig vorkommt.“ Ein Blumen-Hartriegel (Cornus kousa in Sorten) mit seinen rosa-weißen Blüten im Juni, ein Rotahorn (Acer rubrum in Sorten), der mit seiner orange bis scharlachroten Herbstfärbung sehr gut als Kleinbaum für den Garten geeignet ist, oder der im Herbst hellgelb leuchtende Ginkgo, der weder Laub- noch Nadelbaum ist, sondern zu einer eigenen Pflanzenfamilie „Ginkgoales“ gehört – es lohnt sich, die Vielfalt der Gartenpflanzen zu entdecken. Weitere Informationen und Baumschulen vor Ort sind unter www.gruen-ist-leben.de zu finden.

Quelle: BdB

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