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02.10.2015

Pressetext: Die Farben des Herbstes Indian Summer im eigenen Garten pflanzen


Foto: BdB. - Wer nur wenig Platz im Garten hat, kann zum Beispiel Mauern und Zäune mit Wildem Wein verschönern. Die Kletterpflanze verwandelt sich im Herbst in eine leuchtend rote Blätterwand, die schon von Weitem ins Auge fällt.

Wenn sich die Blätter der Bäume und Sträucher verfärben, ist dies ein untrügliches Zeichen, dass es Herbst wird. Seine Farben schaffen es jedoch, jede Wehmut über das Ende der Sommerzeit zu vertreiben. Fast scheint es, als wollten die Pflanzen das Ende der warmen Jahreszeit mit einem fulminanten Feuerwerk feiern. Ob gelb, braun, orange oder rot – die farbenfrohen Blätter, die in der Sonne leuchten, im Wind tanzen oder Rasenflächen in bunte Teppiche verwandeln, machen den Herbstspaziergang zu einem wahren Farbgenuss. Dabei ist die Ursache des Spektakels ein natürlicher Prozess, mit dem sich einige Gehölze vor Jahrtausenden unserem wechselhaften Klima angepasst haben. Im Sommer betreiben sie mit den Blättern und dem darin enthaltenen Chlorophyll Fotosynthese, wozu sie viel Wasser brauchen, was sie über ihre Wurzeln und den Stamm in die Baumkrone transportieren. Im Winter ist dies aufgrund des gefrorenen Bodens nicht möglich. „Würden diese Bäume ihre Blätter in der kalten Jahreszeit nicht abwerfen, wären sie nicht nur durch Kälte, sondern auch durch Trockenheit bedroht“, erklärt Landschaftsarchitektin Melanie Müller vom Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V. „Vor dem Laubabwurf entziehen sie den Blättern wichtige Nährstoffe – unter anderem das Chlorophyll, welches auch für die grüne Farbe verantwortlich ist.“ Stattdessen zeigen sich im Blatt nun Farbpigmente, die rot (Anthocyane) oder gelb (Karotinoide) sind.

Warme Farben in der kalten Jahreszeit

Wer die herbstliche Farbenpracht im eigenen Garten genießen möchte, der sollte jetzt in die Baumschule gehen. Denn der Herbst ist die ideale Zeit, um Gehölze zu pflanzen, und man sieht direkt, wie intensiv die Laubfärbung bei den verschiedenen Bäumen und Sträuchern ausfällt und welche Farbtöne zusammenpassen. Müller von der gleichnamigen Baum- und Rosenschule in Oschatz empfiehlt ihren Kunden „rotes und gelbes Herbstlaub mit Immergrünen zu kombinieren, weil die Bepflanzung so besonders vital wirkt. Auf diese Weise kann man seinem Garten ein ganz neues Gesicht verleihen.“ Bei der Farbgebung stehen die schönsten Sorten Europas, Amerikas und Asiens zur Auswahl. Nordamerika ist bekannt für den Indian Summer, denn hier färben sich die Bäume im Herbst in besonders intensiven Gelb- und Rottönen. Nicht ohne Grund wählten die Kanadier ein rotes Ahornblatt als Motiv ihrer Nationalfahne. Ahorne (Acer) werden neben ihrer prächtigen Herbstfärbung auch wegen ihrer schönen Wuchsform, der dekorativen Rinde und dem Formenreichtum der Blätter gepflanzt. Das klassisch fünfzackige Ahornblatt ist recht groß und flächig. Japanische Ahorne (Acer japonicum) sind hingegen für ihre spitzzulaufenden, sehr filigranen Blätter bekannt. Aufgrund ihres langsamen Wachstums passen sie auch in kleine Gärten oder gedeihen sogar im Pflanzkübel.

Eisenholzbaum, Vogelkirsche und Wilder Wein

Auch der persische Eisenholzbaum (Parrotia) ist für seine attraktive Herbstfärbung bekannt. Er stammt ursprünglich aus einem Teil Vorderasiens, zwischen dem Iran und Aserbaidschan. Seine mittelgroßen, eiförmigen Blätter bilden eine üppige Baumkrone, die sich im Oktober je nach Sorte rot, orange oder gelb färbt. „Der Eisenholzbaum braucht einen sonnigen Standort, kommt dann aber ohne Schnitt und mit wenig Pflege aus, da er enorm robust gegen Krankheiten und Schädlinge ist. In Einzelstellung kann er sich in voller Schönheit entfalten“, erklärt Müller. „Wer fruchttragende Gehölze bevorzugt, findet etwa in der Gattung Prunus viele Bäume und Sträucher mit kräftiger Herbstfärbung.“ Dazu gehört zum Beispiel die Vogelkirsche (Prunus avium), aber auch Pfirsichbäume (Prunus persica) mit gelbem, apricot bis leuchtend orangefarbenem Herbstlaub. Die sogenannte Blut-Pflaume (Prunus cerasifera 'Nigra') überrascht das ganze Jahr mit ihrer ungewöhnlich dunkelroten Laubfärbung. Wer nur wenig Platz im Garten hat, kann zum Beispiel Mauern und Zäune mit Wildem Wein (Parthenocissus quinquefolia) verschönern. Die Kletterpflanze verwandelt sich im Herbst in eine leuchtend rote Blätterwand, die schon von Weitem ins Auge fällt. Welche Gehölze gut in den eigenen Garten passen, findet man am besten bei einem persönlichen Beratungsgespräch im Fachhandel heraus. Baumschulgärtner haben viel Erfahrung mit der standortgerechten Auswahl von Pflanzen und kennen ihre unterschiedlichen Eigenschaften. Weiter Informationen und Baumschulen vor Ort sind unter www.gruen-ist-leben.de zu finden.

Quelle: BdB