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15.10.2014

Veranstaltungsrückblick: International Urban Plant Conference 2014

Gestern und heute fand das Symposium mit Teilnehmern aus Forschung und Praxis in der Beuth Hochschule für Technik Berlin statt. Schwerpunkt war die Pflanzenverwendung und Gesunderhaltung des Stadtgrüns im Sinne von funktionalen Konzepten zur Sicherung der finanziellen Investitionen.


Stadt der Zukunft

Die Präsidentin der Beuth Hochschule für Technik, Prof. Dr. Monika Gross, begrüßte mehr als 100 Teilnehmer, darunter auch Studierende. Die Hochschule habe das Kompetenzzentrum „Stadt der Zukunft“ etabliert: Dieses bündele Studienangebote und Forschungsaktivitäten im Bereich Urbane Technologien. Die Hochschule bereite Studierende darauf vor, Antworten auf die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technologischen Erfordernisse der "Stadt der Zukunft" zu geben. Das Symposium leiste einen Beitrag hierzu, so Gross.

Pflanzenschutz im urbanen Bereich

Prof. Dr. Hartmut Balder, ebenfalls Beuth Hochschule und Veranstalter des Symposiums, forscht und lehrt zu Gehölzproduktion (Baumschule), Phytopathologie und Pflanzenschutz im urbanen Bereich und stellte in seiner Einführung die These auf, dass die Komplexität im Pflanzenschutz in der Stadt zu wenig entwickelt sei. Dies könne möglicherweise auch darin begründet sein, dass ein Ertragsdenken wie in der Pflanzenproduktion von den unterschiedlichen Akteuren im Zusammenwirken im urbanen Grün nicht ausgeprägt sei.

Ziel der Veranstaltung sei es, Forschung und Praxis zu diesen Themen zu vernetzen, den Dialog von Forschungsinstitutionen mit Experten der Stadtplanung, der Landschaftsarchitektur, der Pflanzenproduktion, dem Garten- und Landschaftsbau sowie der Grün- und Baumpflege zu befördern.

Mitorganisator BdB

Mitorganisatoren der Veranstaltung sind das Julius Kühn-Institut (JKI) – Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, die Deutsche Phytomedizinische Gesellschaft (DPG) und der Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V.

Bernhard von Ehren, Präsidiumsmitglied im BdB und Geschäftsführer Pflanzenhandel Lorenz von Ehren GmbH & Co. KG, moderierte das Vortragscluster „Gesunderhaltung des Stadtgrüns“ und wünschte sich im Rahmen des eigenen Beitrags „Baumschulwirtschaft – Wo kann die Forschung helfen?“: „Eine gute Verzahnung aller beteiligten Institutionen und Gewerke: Planung, Ausführung/Pflege, Produktion, Forschung und Fachverbände/Politik.“

Forschung trifft Praxis

Es folgten unter anderem Dr. Barbara Jäckel, Pflanzenschutzamt Berlin, mit dem Vortrag „Aktuelle Schäden durch Auftausalze an Straßenbäumen“ sowie Prof. Dr. Carmen Büttner, Humboldt-Universität zu Berlin, Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät, Department für Nutzpflanzen- und Tierwissenschaften, Fachgebiet Phytomedizin: „Pflanzenviren im Forst und öffentlichen Grün – Status quo und Herausforderungen.“ Dr. Martin Hommes (JKI) stellte an zahlreichen Beispielen die aktuell explodierende Zunahme von Schaderregern dar, die im Stadtgrün kaum aufzuhalten scheint.

Ein weiteres Vortragscluster des gestrigen Tages „Begrünungskonzepte der Zukunft“ gab unter anderem einen Ausblick auf das „Stadtgrün 2021 – stresstolerante ‚Klimabäume‘ für die Stadt“ durch Dr. Susanne Böll, Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau. Die Vorträge zeigten, dass die Forschung intensiviert werden müsse, um nicht nur die Belastungen urbaner Pflanzen aufzuklären, sondern auch um praktikable Handlungsweisen zu entwickeln.

Podiumsdiskussion

Die Veranstaltung schloss am gestrigen Tag mit der Podiumsdiskussion „Langfristige Garantien bei der Stadtbegrünung auf dem Vormarsch?“ ab. Diskutierende Teilnehmer waren hier: Stefan Richter, Mitglied des Vorstands der Stiftung „Zukunft Berlin“, Dr. Martin Hommes, (JIK), Prof. Dipl.-Ing. Rainer Schmidt, Beuth Hochschule für Technik Berlin und Christoph Dirksen, Geschäftsleiter Wilhelm Ley GmbH & Co. KG. Nach intensiver Diskussion bestand Einigkeit darüber, dass Garantien nicht nur wünschenswert, sondern auch realisierbar seien. Die Folge wäre eine nachhaltige Qualitätsverbesserung urbaner Pflanzungen, setze aber ein gemeinsames partnerschaftliches Vorgehen aller Beteiligten voraus.

Heute folgten Vorträge zu visionären Vegetationstechniken und ökonomischen Betrachtungen. Der Berechenbarkeit von Pflegekosten sowie den Folgen unterlassener Bekämpfungsmaßnahmen bei agressiven Schädlingen gehöre demnach die Zukunft. Darüber hinaus wurde eine Exkursion in die Paul-Löbe-Allee, Berlin (Reichstag), unter der Überschrift „Moderne Stadtbegrünung in visionärer Architektur“ für die Teilnehmer angeboten.